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Personalführung

Industrie 4.0 gelingt nur mit aktivem Personalmanagement

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Auf entsprechende Szenarien müssen sich alle Unternehmen einstellen, die vom Industrie 4.0-Trend betroffen sind. Das Personalmanagement ist gefordert, den Personaleinsatz so flexibel wie möglich zu organisieren. Bereitschaftsarbeit verdrängt Schichtarbeit und langfristig planbare Arbeitszeiten. Dies setzt innovative Arbeitszeit- und Vergütungsmodelle voraus, die beispielsweise alternierende Projekt- und Freizeitphasen beinhalten. Zudem werden Unternehmen mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun müssen, um die geforderte Flexibilität zu ermöglichen.

Schließlich müssen vorhandene Organisationsstrukturen auf den Prüfstand gestellt werden. Die heute häufig vorzufindende reflexhafte Trennung zwischen dem IT-Verantwortlichen und seinen ERP-Systemen einerseits und dem Produktionsverantwortlichen mit der restlichen IT andererseits steht dem Ziel der vollständigen Vernetzung praktisch entgegen. Weitere wichtige und herausfordernde Themen werden zweifelsohne Datensicherheit und Datenschutz sein.

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Vernetzung darf nicht überfordern

Doch ändern sich in der Smart Factory neben den Arbeitszeiten auch die Arbeitsbedingungen. Es ist zu erwarten, dass die vernetzte Produktion zu einer höheren psychischen Belastung der Beschäftigten führen wird. Denn wegen der engen Verzahnung der Wertschöpfungsketten können auch kleine Fehler zu hohen wirtschaftlichen Schäden führen. Zudem bleibt in einem voll vernetzten und digitalisierten System keine Abweichung von der Norm unbemerkt.

Selbst wenn diese letztlich folgenlos bleibt, lastet auf den Beschäftigten ein hoher Druck, der von den Unternehmen abgefedert werden muss. Dazu gehört die Etablierung einer Fehlerkultur im Betrieb: Die gezielte Vorbereitung auf Stresssituationen, die Einübung von Verhaltensweisen bei Störfällen oder auch die Einführung eines Vier-Augen-Prinzips bei wichtigen Entscheidungen sind zur Fehlerprävention sicherlich geeigneter als die bloße Sanktionierung von Fehlleistungen.

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