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Explosionsschutz

Grundbegriffe des Ex-Schutzes / Das Explosionsschutz-Dokument

| Redakteur: Wolfgang Geisler

Die Firma Herding ist ein Spezialist im Bereich der Fein- und Feinstfiltertechnik mit Filtern auf der Basis von Sinterkunststoffen. Gerade Filter, wo die Konzentration an Feinstmaterial besonders hoch ist, sind anfällig für Staub-Brände bzw. -Explosionen.

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Klaus Rabenstein erläutert Grundbegriffe des Explosionsschutzes und welche spezifischen Material- und Anlagencharkteristika in das Explosionsschutzdokument einfließen.
Klaus Rabenstein erläutert Grundbegriffe des Explosionsschutzes und welche spezifischen Material- und Anlagencharkteristika in das Explosionsschutzdokument einfließen.
(Bild: K. Rabenstein)

In vielen Bereichen der Industrie wird mit brennbaren, im aufgewirbelten Zustand explosionsfähigen Stäuben gearbeitet. Zur Vermeidung bzw. Minderung der Auswirkung von Explosionsereignissen ist es erforderlich ein Explosionsschutzkonzept zu erarbeiten. Dieses ist gemäß der Betriebssicherheitsverordnung in einem Explosionsschutzdokument abzubilden.

Neben der Beschreibung der bestimmungsgemäßen Verwendung, mit Verfahrens- und Tätigkeitsbeschreibung, sind die Brenn- und Explosionskenngrößen des Staub/Luft-Gemisches anzuführen. Dies sind:

  • Brennbarkeit mit Brandausbreitung (Brennzahl),
  • Mindestzündtemperatur des abgelagerten Staubes (Glimmtemperatur),
  • Selbstentzündungstemperatur (Warmlagerungsversuche),
  • Mindestzündtemperatur des aufgewirbelten Staubes,
  • Mindestzündenergie (mit und ohne Induktivität),
  • Untere Explosionsgrenze (UEG),
  • Modifizierte Druckanstiegsgeschwindigkeit (KSt-Wert),
  • Maximaler Explosionsüberdruck (pmax).

Bei der anschließenden Gefährdungsbeurteilung sind sowohl die explosionsgefährdeten Bereiche (Zonen) festzulegen, als auch mit einer Zündgefahrenanalyse die wirksamen Zündquellen zu identifizieren. Hier sind die EN 1127 und die EN 13463 anzuwenden. Besitzt das Staub/Luft-Gemisch eine niedrigere Mindestzündenergie als die Energie der jeweiligen Zündquelle, so ist diese Zündquelle zündwirksam.

Bei den zu ergreifenden Schutzmaßnahmen sind neben den vorbeugenden Maßnahmen zur Vermeidung der wirksamen Zündquellen auch die konstruktiven Maßnahmen zur Reduzierung der Auswirkung eines Explosionsereignisses aufzuzeigen – Reduzierung auf ein vertretbares Maß für Mensch, Maschine, Umwelt und Betriebswirtschaft. Als konstruktive Schutzmaßnahmen kommen die explosionsdruckfeste Bauweise, sowie die explosionsdruckstoßfeste Bauweise zur Anwendung, letztere mit Einrichtungen zur Explosionsdruckentlastung, Explosionsunterdrückung und Explosionsvolumenbegrenzung, jeweils mit Maßnahmen zur explosionstechnischen Entkopplung.

Die organisatorischen Maßnahmen beschreiben die von den Mitarbeitern im Betrieb umzusetzende Ordnung und bilden den Abschluss des Explosionsschutzdokuments. Diese „weichen“ Faktoren runden das Sicherheitskonzept ab.

Auf dem am 23. und 24. Oktober in Würzburg stattfindenden 6. Schüttgutforum wird Herr Rabenstein in seinem Übersichtsvortrag „Grundlagen des Explosionsschutzes" die Grundbegriffe des Explosionsschutzes und ihre Berücksichtigung in dem vom Anlagenbetreiber zu erstellenden Explosionsschutzdokument vorstellen.

Anschließend wird, neben tiefergehenden Vorträgen zu speziellen Themen des Explosionsschutzes, die „Brisanz“ dieses Themas mit einer Live-Explosion gezeigt.

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