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Tauchmotorpumpen Giganten am Werk – wie riesige Tauchmotorpumpen Mexiko-City schützen

Autor / Redakteur: Jens Mielke / Dr. Jörg Kempf

Zwei große mit Tauchmotorpumpen ausgestattete Pumpstationen werden zukünftig hunderttausende Einwohner im Tal von Mexiko-Stadt vor Überschwemmungsschäden schützen. Sie sind Teil eines Jahrhundertprojektes zur Erweiterung der Entwässerungsinfrastruktur in der Metropole.

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Luftbildaufnahme der zu Mexiko Stadt gehörende Pumpstation La Caldera
Luftbildaufnahme der zu Mexiko Stadt gehörende Pumpstation La Caldera
(Bild: CONAGUA Mexico)

Mexiko-Stadt sieht sich einer ständig steigenden Bevölkerung sowie einer rasanten Urbanisierung gegenüber. Aus diesem Grund steigt der Bedarf für die Wasserver- und Abwasserentsorgung konstant an. Um mehr Grundwasser zu fördern, bohrt man eine steigende Anzahl von Brunnen in den Untergrund.

Diese intensive Ausbeutung führte und führt in der mexikanischen Hauptstadt zu einem stetigen Absinken des Untergrundes. An manchen Stellen betrug dieser Wert schon bis zu 50 cm pro Jahr. Dazu kommt eine teilweise unkontrollierte Urbanisierung. Diese verursacht eine Entwaldung der umliegenden Berglandschaft und ist der Grund dafür, dass Regenwasser in viel geringerem Maße versickern kann. Gleichzeitig führt die steigende Einwohnerzahl auch zu immer größeren Abwassermengen, die man transportieren und behandeln muss.

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Im Februar 2010 brach nach einem durch heftige Regenfälle verursachten Erdrutsch eine Abwassersammelleitung im Stadtteil Chalco. Die gesamte Nachbarschaft wurde überflutet. Angetrieben durch diesen Vorfall, trieb die nationale Wasserbehörde Conagua zahlreiche Projekte voran, um die Entwässerungsinfrastruktur im Tal von Mexiko auszubauen. Noch im gleichen Jahr begann man mit der Planung und dem Bau der ersten Pumpstation, die den Namen „La Caldera“ trägt.

40 000 Liter pro Sekunde

Nach sehr kurzer Bauzeit weihte sie der mexikanische Präsident Calderon bereits im März 2011 ein. Möglich wurde diese schnelle Realisierung u.a. dadurch, weil KSB die 24 großen Abwasserpumpen, die das Rückgrat des neuen Entwässerungssystems bilden, sehr schnell liefern konnte. Heute heben die Pumpen der Station „La Caldera“ das durch den ebenfalls neu gebauten Tunnel „Río de la Compañia“ ankommende Mischabwasser 30 m in die Höhe und fördern es in einen offenen Kanal, von wo es zu einem nahe gelegenen See abfließt.

Die Anlage besteht aus einer Rechenanlage sowie zwei Pumpensümpfen, in denen sich je zwölf Tauchmotorpumpen befinden, um die maximal anfallenden 40 000 l in der Sekunde zu fördern. Jeder der beiden kreisförmigen Pumpensümpfe weist einen Durchmesser von 20 m sowie eine Tiefe von 35 m auf.

Analog zu dieser Bauweise plante man eine weitere Pumpstation. Diese trägt den Namen „Caracol“ und wird mit ihren 20 Tauchmotorpumpen im Westen des Tales für eine sichere Entwässerung sorgen. Die durch den Tunnel „Emisor Oriente“ (der wohl größte Entwässerungstunnel der Welt ist 62 km lang, mit bis zu 7 m Durchmesser sowie bis zu 200 m Tiefe) ankommenden 40 000 l Mischabwasser pro Sekunde müssen dabei sogar auf eine Höhe von 45 m angehoben werden. KSB fertigte die Tauchmotorpumpen für beiden Stationen in seinem Werk in Halle und lieferte sie zwischen 2010 und 2012 aus.

Einbautiefen bis 55 Meter

Mit ihren bis zu 1150 kW Antriebsleistung und bis zu 14 000 kg Gewicht gehören die Aggregate zu den größten je am Standort produzierten Einheiten. Einbautiefen von bis zu 55 m unter der Erdoberfläche machten es notwendig, neue Lösungen zu entwickeln, um die Pumpen problemlos in ihre Montageposition abzulassen und sie von dort im Servicefall wieder anheben zu können.

Neben der Lieferung der Pumpen erhielt KSB auch den Auftrag, die Pumpensümpfe mit den erforderlichen Einlaufbauwerken zu planen. Lesen Sie mehr auf der nächsten Seite.

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