Gefahrstoffschränke entlüften Gefahrstoffschränke sicher und nachhaltig entlüften

Ein Gastbeitrag von Dipl.-Ing. Sven Sievers, Bereichsleiter Produktmanagement & -entwicklung, asecos GmbH

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Flasche mit Salzsäure undicht oder nicht richtig verschlossen: In Sicherheitsschränken können sich leicht gefährliche ­Gasmischungen bilden. Steckerfertige Umluftfilteraufsätze sind eine kostengünstige und flexible Lösung in der Praxis.

Gefahrstoff werden in verschlossenen Gebinden in dafür vorgesehenen Schränke aufbewahrt.
Gefahrstoff werden in verschlossenen Gebinden in dafür vorgesehenen Schränke aufbewahrt.
(Bild: DavidBautista - stock.adobe.com)

Testen, Trennen, Kleben, Synthetisieren sind nur einige der zahlreichen Tätigkeiten, bei denen Chemikalien zum Einsatz kommen. All diese Gefahrstoffe gehören in einen Sicherheitsschrank. Doch wie verhindert man Gefahrstoffdämpfe, die unter Umständen eine zündfähige Atmosphäre bilden können?

Für jeden entzündbaren Gefahrstoff ist eine untere Explosionsgrenze (UEG) im Sicherheitsdatenblatt angegeben, die nicht überschritten werden soll. Um dies zu gewährleisten und die in die Arbeitsumgebung abgegebenen Dämpfe zu minimieren, ist der Sicherheitsschrank technisch zu entlüften. Die TRGS 510 Anlage 3 2.2 ermöglicht zwar den Betrieb von Sicherheitsschränken ohne technische Entlüftung, allerdings müssen Ersatzmaßnahmen getroffen werden, um einen adäquaten Explosionsschutz zu gewährleisten. Hierzu zählen beispielsweise Ex-Schutzzonen um den Schrank, die im Alltag deutlich den Betriebsablauf einschränken können. Zudem bleibt trotz der Alternativmaßnahmen ein gewisses Restrisiko, da die entzündbaren Gase und Dämpfe im Schrankinnenraum ohne technische Entlüftung weiterhin vorhanden sind. Eine wichtige Rolle spielt deshalb der Schutz der Mitarbeiter. Denn die entzündbaren Gase und Dämpfe sind in aller Regel gesundheitsgefährdend.

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Steckerfertige Umluftfilteraufsätze als flexible Alternative zu festen Abluftanlagen

Eine überzeugende Lösung stellen steckerfertige Umluftfilteraufsätze (UFA) dar. Besonders häufig werden sie heute in Industrieunternehmen und Handwerksbetrieben verwendet: Hier müssen meist nur wenige Schränke entlüftet werden und eine feste Fortluftanlage zu installieren ist oft unrentabel. Mit dem UFA hat Asecos, hessischer Experte für Gefahrstofflagerung und -handling, jetzt eine komplett überarbeitete Neuauflage seines Gerätes auf den Markt gebracht. Der steckerfertig gelieferte UFA wird mit wenigen Handgriffen auf den Sicherheitsschrank aufgesetzt und dabei mit dem Abluftstutzen des Schrankes verbunden. Unmittelbar nach Anschluss an eine Stromquelle nimmt das Gerät bereits seine Arbeit auf. Wand- bzw. Deckendurchbrüche und aufwendige Verrohrungen fallen weg. Die Wahl des Aufstellortes der Sicherheitsschränke bleibt völlig flexibel, da kein starrer Anschluss an eine technische Abluftanlage genutzt werden muss.

Sichere Umluftfiltration durch mehrstufiges Filtersystem

Bei der Lagerung von üblichen Lösemitteln (Kohlenwasserstoffverbindungen) stehen Umluftfiltergeräte der neuesten Generation in Funktion und Sicherheit festen Fortluftanlagen in nichts nach. Sie sorgen für einen mindestens zehnfachen Luftwechsel pro Stunde im Schrank.

Die eingesaugte Schrankluft durchläuft ein 3,5 kg schweres, mehrstufiges Filterpaket sowie einen Schwebstoff-Vorfilter. Die in der Luft enthaltenen Schadstoffe werden in der Aktivkohle sicher zurückgehalten und zu 99,999 Prozent zuverlässig aus der Luft entfernt. Die aufgereinigte Luft wird wieder an den Arbeitsraum abgegeben, nachdem sie noch einen zweiten Filter passiert hat. Durch den Umluftbetrieb wird keine geheizte oder aufbereitete Luft ins Freie geleitet, sondern in einem steten Kreislauf wieder an den Aufstellort des Schrankes abgegeben. Es entstehen keine Energieverluste.

Die im UFA verwendete Aktivkohle weist eine hochporöse Struktur auf und hält die Gefahrstoffdämpfe durch Adhäsion an der Oberfläche der Aktivkohle fest. Die eingesetzte Filterkassette besteht aus korrosionsbeständigem, robustem Kunststoff und lässt sich durch einen Filtertausch vielfach wiederverwenden.

Permanente Überwachung der Filtersättigung

Die Filtrationsleitung des Aktivkohlepaketes ermöglicht zwar lange Standzeiten der Geräte, dennoch ist eine sichere Überwachung der Adsorptionsleistung unerlässlich. Die UFA der neuesten Generation arbeiten daher mit einer permanenten Überwachung der Filtersättigung. Ergänzend wird auch die geförderte Abluftmenge ständig kontrolliert. Über ein Farbdisplay am Gerät kann der aktuelle Betriebszustand jederzeit eindeutig abgelesen werden. Bereits kleinste Überschreitungen von festgelegten Grenzwerten registriert die UFA-Sensorik und meldet sich entweder per optischem Signal oder bei kritischen Zuständen zusätzlich mit einem akustischen Signal. Kommt es zu einem Filterdurchbruch schaltet sich die Entlüftung automatisch ab. Mittels eines vorhandenen, potentialfreien Alarmkontakts kann der UFA auch von einer zentralen Leitstelle aus überwacht werden.

Zertifizierte Wirksamkeit

Um die Verlässlichkeit eines Umluftfilteraufsatzes sicher nachweisen zu können, arbeitet Asecos mit unabhängigen Prüfinstituten zusammen. Ziel war es, die Wirksamkeit des Rückhaltevermögens für Kohlenwasserstoffe zu belegen. Getestet wurden verschiedene, typische Gefahrstoffe (unter anderem Ethanol, Aceton, Diethylether) in unterschiedlichen Sicherheitsschranktypen und mit verschiedenen Inneneinrichtungen. Bei der Auswahl der Stoffe wurden jeweils der Flammpunkt und der Dampfdruck sowie das unterschiedliche Adsorptionsverhalten der einzelnen Stoffe berücksichtigt. Das Ergebnis: Der UFA kann Lösemitteldämpfe (Kohlenwasserstoffe) permanent bis zur Filtersättigung zu mehr als 99,999 Prozent zurückhalten.  n

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