Worldwide China Indien

Ex-Schutz

Expertencheck: 8 gängige Ex-Schutz-Behauptungen auf dem Prüfstand

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Ex-Zonen müssen vom Anlagenbetreiber dort ausgewiesen werden, wo mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann.
Bildergalerie: 4 Bilder
Ex-Zonen müssen vom Anlagenbetreiber dort ausgewiesen werden, wo mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann. (Bild: R. Stahl)

Damit beim hochsensiblen Thema Explosionsschutz der Durchblick im Dickicht der Normen, Richtlinien, Schutzarten, Schutzklassen und Zoneneinteilungen nicht verloren geht, stellen wir acht verbreitete Behauptungen auf den Prüfstand und unterziehen sie einem Expertencheck.

Behauptung Nr. 1: „Immer wenn eine explosionsfähige Atmosphäre entsteht, muss eine Ex-Schutzzone ausgewiesen werden.“

Richtig ist: Beim Auftreten einer explosionsfähigen Atmosphäre ist nicht unbedingt auch die Einrichtung einer Ex-Schutzzone erforderlich. Die Zonenklassifizierung in 0, 1, 2 für Gas, Nebel und Dampf sowie 20, 21 und 22 für entzündliche Stäube wird für Bereiche ausgewiesen, in denen mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten eine explosionsfähige Atmosphäre herrscht, die durch eine Zündquelle zur Explosion gebracht werden kann.

Über das erforderliche Schutzniveau entscheidet die Anwesenheitsdauer des entzündlichen Gemischs. Wenn die explosionsfähige Atmosphäre nur zu ganz bestimmten, genau vorhersehbaren Zeiten auftritt, zum Beispiel ausschließlich beim Öffnen eines Behälters, muss nicht zwingend eine Schutzzone ausgewiesen werden. Stattdessen können im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung besondere Schutzmaßnahmen für den Gefahrenzeitraum ergriffen werden.

Behauptung Nr. 2: „Temperaturklasse und Gruppe sind für die Zone 2 irrelevant.“

Richtig ist: Temperaturklasse und Gruppe haben zunächst nichts mit der Zoneneinteilung zu tun. Diese Angaben beziehen sich auf mögliche Zündquellen in Form von heißen Oberflächen oder zündfähigen Energien. Die maximale Oberflächentemperatur eines elektrischen Betriebsmittels muss stets kleiner sein als die Zündtemperatur des Gemischs von Luft mit Gas oder Dampf, in dem das Gerät eingesetzt wird.

Einige Geräte sind für die Temperaturklasse T6 und damit für den Betrieb im Umfeld von Gasen und Dämpfen zugelassen, deren Zündtemperatur zwischen +85 °C und +100 °C liegt. Bei ihnen darf die Oberflächentemperatur +85 °C nicht überschreiten. Die niedrigste Temperaturklasse T1 erlaubt den Einsatz in Bereichen mit Gasen oder Dämpfen, die sich erst bei Temperaturen über +450 °C entzünden können. Außerdem erfolgt nach IEC 60079-0 eine Einteilung der Geräte in die Untergruppen IIA (z.B. Propan), IIB (z.B. Ethylen) und IIC (z.B. Wasserstoff). Sowohl Temperaturklasseneinstufung als auch Gruppeneinteilung sind in allen Zonen zu berücksichtigen.

Behauptung Nr. 3 und Nr. 4 im Expertencheck: Weiterblättern

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43667543 / Explosionsschutz)