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Teeherstellung

Exakte Aromadosierung im laufenden Betrieb

| Redakteur: Wolfgang Geisler

Bei der Herstellung der allseits bekannten Teebeutel müssen häufig auch Aromen hinzu gefügt werden. Im Folgenden wird das Verfahren zur exakten Steuerung und Kontrolle der volumetrisch zugeführten Mengen beschrieben.

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Dosiersteuerung A 810 mit spezieller Firmware für die exakte Aromenzugabe
Dosiersteuerung A 810 mit spezieller Firmware für die exakte Aromenzugabe
( Archiv: Vogel Business Media )

Als 1881 mit der Firma Otto E. Weber der Vorgänger der heutigen Teehaus GmbH im sächsischen Radebeul gegründet wurde, waren neben Carlsbader Kaffeegewürz, bei dem hauptsächlich geröstete Feigen gemahlen und in Würfel gepresst wurden, auch Chinesischer Tee in Form von kleinen gepressten Würfeln im Angebot. Als über 30 Jahre später während des Ersten Weltkriegs die Dresdner Firma Teekanne Tee portionsweise in „kleinen Mullsäcken“ verpackt für die Truppenverpflegung lieferte, war ein erster Schritt zu den uns heute allen bekannten Teebeuteln getan. Doch von den Soldaten bekam der Teebeutel den Beinamen „Teebombe“, da sich der Geschmack der Teeblätter in den Teebeuteln nicht entfaltete, das Wasser aber braun färbte. Die Lösung dieses Problems und schließlich die Erfindung des heutigen Teebeutels geht auf den sächsischen Ingenieur Adolf Rambold zurück, einem Mitarbeiter der Firma Teekanne. So brachte im Jahr 1929 Teekanne, seit 1991 auch Konzernmutter von Teehaus, ihre ersten Aufgussbeutel aus geschmacksneutralem Spezialpergamentpapier auf den Markt. Zudem vermarktete Teekanne auch die von Ingenieur Rambold eigens entwickelte Teebeutelpackmaschine. Im Jahr 1949 wurde dann erneut durch Adolf Rambold mit dem heute weltweit gebräuchlichen Doppelkammerbeutel nicht nur ein völlig neuartiger Teebeutel in einer vorher nicht denkbaren Qualität entwickelt, sondern auch die Maschine, die die Produktion dieses Teebeutels erst ermöglichte: die Constanta. Sie gilt heute noch als Pionier der modernen Teebeutelverpackungsindustrie.

Im Hause Teehaus arbeiten noch heute nicht wenige der 123 Mitarbeitern an der Constanta, aber auch an der 1990/1991 technisch weiterentwickelten, und von der Teekanne-Tochter Teepack gebauten und vertriebenen Perfecta. Dabei werden nicht weniger als acht Millionen Teebeutel pro Tag hergestellt – das ergibt eine produzierte Jahresgesamtmenge von 1,5 Milliarden Beuteln.

Aromatisierung

Von den aktuell 137 Tee-Produkten werden 65 Artikel mit einem oder zwei Aromen wie etwa Vanille, Karamell, Kirsche oder Himbeere ergänzt. Michael Herrschuh, Maschinenbaumeister bei Teehaus, erläutert: „Wir dosieren nicht gravimetrisch, sondern volumetrisch. Konkret heißt das, dass die Dosierung der Maschine über mehrere Dosierzylinder verfügt. Diese werden mit Tee gefüllt, abgestrichen und stellen so die zu dosierende Menge dar. Korngrößenschwankungen und Entmischungstendenzen lassen erahnen, wie problematisch es ist, hier exakt zu dosieren.“

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