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Szenario-Projekt

Evonik zeichnet Zukunftsszenarien für die Spezialchemie

| Redakteur: Alexander Stark

Mit Hilfe der Szenario-Methode haben Wissenschaftler von Evonik Zukunftsbilder für die Spezialchemie erarbeitet. Die Ergebnisse der weltweit größten Studie dieser Art über die Zukunft der Spezialchemie will das Unternehmen nutzen, um Innovationen frühzeitig und zielgerichtet anzustoßen. Außerdem sollen langfristige Strategien an den Szenarien gemessen und weiterentwickelt werden.

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Die Ergebnisse des Szenario-Projekts will Evonik nutzen, um Innovationen frühzeitig und zielgerichtet anzustoßen.
Die Ergebnisse des Szenario-Projekts will Evonik nutzen, um Innovationen frühzeitig und zielgerichtet anzustoßen.
(Bild: Harald Reusmann/Evonik)

Essen – Am Anfang des Szenario-Projekts zu den „Zukünften der Spezialchemie“ stand eine zentrale Frage: Welche großen Kräfte können langfristig auf Unternehmen der Spezialchemie einwirken? Auf Basis einer umfangreichen Daten- und Analysesammlung geben fünf von Evonik vorgelegte Szenarien Antworten. Sie beschreiben mögliche internationale Entwicklungen bis zum Jahr 2040, die plausibel, teils aber auch widersprüchlich sind. Digitale Champions, der chinesische Traum, trügerische Ruhe sowie turbulente Zeiten, das Nachhaltigkeits-Paradigma: Schon diese Titel lassen die Trends erkennen.

Laut Harald Schwager steht nun eine Fülle von Informationen zur Verfügung, die dem Unternehme noch besser helfen, relevante Trends in der Welt zu verstehen und zu analysieren. Der stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Evonik Industries ist zuständig für Innovation. Er erklärt, dass die Szenarien Wirklichkeit werden können, es aber nicht müssen. Sie seien aber sehr begründete Science-Fiction. Für Schwager ist die Verbindung von Innovationskraft und Kundennähe ein entscheidender Erfolgsfaktor und Motor für profitables Wachstum. Das Szenario-Projekts ist nach seinen Worten ein faszinierendes und strategisches Instrument. Es helfe, Ideen für Innovationen schon heute an möglichen Zukunftsbildern zu spiegeln. Er hat dabei neben Produktentwicklungen auch neue Geschäftsmodelle oder Effizienzstrategien im Blick.

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Für die Szenarien hat das Corporate-Foresight-Team von Evonik zwölf Monate lang eine Basis gelegt: Mehr als 100 Interviews mit internen und externen Experten aus den Bereichen Chemie, Politik, Wirtschaft sowie weitere Quellen wie internationale Zukunftsstudien und mehr als 15 Workshops bilden die Grundlage. In einem aufwändigen Prozess identifizierten und analysierten Experten daraus Schlüsselfaktoren und Einflüsse, leiteten mögliche Entwicklungen ab und kombinierten diese zu plausiblen und konsistenten Szenarien.

Fünf mögliche Szenarien

Herausgekommen sind fünf Zukunftsbilder, die mittel- bis langfristig relevant für das Geschäft werden können. Im Szenario „Digital Champions“ profitieren die großen Internetkonzerne mit ihrem Wissen und ihrer Art zu Denken zunehmend an der Wertschöpfung der klassischen Industrien. Das Szenario „Sustainability Paradigm“ beschreibt, dass Nachhaltigkeit zum bestimmenden ökonomischen Prinzip wird. In „Chinese Dream“ entwickelt sich China zur technologischen, ökonomischen und politischen Weltmacht. Nationalismus, Fake News und populistische Kräfte führen im Szenario „Turbulent Times“ zu einer länger anhaltenden Deglobalisierung. Aus einer anderen Perspektive blickt das Szenario „Deceptive Calm“ auf die Zukunft: In einem System des „weiter wie bisher“ stauen sich die Probleme auf – bis zu einem möglichen Kollaps.

Evonik startet jetzt damit, die Ergebnisse des Szenario-Projektes für seine Innovationsprozesse und Strategien zu nutzen. Geplant sind Workshops, in denen der Einfluss der Szenarien etwa auf Innovationsumfeld, Geschäftsmodelle, Kundenerwartungen aber auch Arbeitswelt und Materialströme analysiert wird. Darüber hinaus werden Geschäftszweige oder auch ganze Regional-Organisationen des Konzerns die Szenarien nutzen, um bereits vorhandene Strategien auf Robustheit zu testen, sie bei Bedarf weiter zu entwickeln und neue Strategien zu planen.

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