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Joint Venture gegründet Evonik baut Produktionsanlage für pyrogene Kieselsäure in China

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Evonik Industries und das chinesische Unternehmen Wynca haben sich auf die Gründung eines Joint Ventures geeinigt. Das neue Unternehmen, an dem Evonik einen Anteil von 60 % halten wird, wird pyrogene Kieselsäure in Zhenjiang produzieren. Die Anlage mit einer veranschlagten jährlichen Produktion von 8.000 t soll im Jahr 2021 in Betrieb genommen werden.

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Aerosil bietet technische Vorteile und Effekte für Kleb- und Dichtstoffherstellung.
Aerosil bietet technische Vorteile und Effekte für Kleb- und Dichtstoffherstellung.
(Bild: Evonik)

Essen – Das Joint Venture Evonik Wynca (Zhenjiang) Silicon Material plant den Bau einer Produktionsanlage für pyrogene Kieselsäure im Zhenjiang New Material Industry Park und investiert dabei einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das Gesamtvorhaben bedarf aktuell noch der Genehmigung entsprechender Unternehmensorgane und der zuständigen Behörden.

Kieselsäure findet in transparenten Silikonen, Lacken und Farben, Kleb- und Dichtstoffen sowie nicht brennbaren Isolationsmaterialien Anwendung. Der weltweite Markt dafür wächst mit etwa 5 % und zeigt somit ein stärkeres Wachstum als die Weltwirtschaft. Das Marktwachstum für pyrogene Kieselsäure in China wird von einigen wesentlichen Bereichen angetrieben. Dazu gehört die Silikonindustrie für Kleb- und Dichtstoffe in Gebäuden und Fahrzeugen sowie für Gelbatterien, die u.a. in elektrischen Fahrrädern zum Einsatz kommen. Das Joint Venture wird das weltweite Evonik-Netzwerk von Aerosil-Produktionsstandorten unterstützen. Evonik vertreibt das Produkte unter dem Namen Aerosil. Wynca plant unterdessen, das Geschäft mit silikonbasierten Produkten weiter auszubauen und somit die Vorteile des gemeinsamen Absatzes zu nutzen.

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„Mit der Übernahme des Kieselsäure-Geschäfts von Huber Silica haben wir unsere Kapazitäten für gefällte Kieselsäure erweitert. Nun erweitern wir unsere Kapazitäten für pyrogene Kieselsäure neben Antwerpen auch mit einer ersten Anlage in China und gehen so den nächsten Schritt auf den attraktiven chinesischen Markt“, sagt Harald Schwager, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Evonik Industries.

Evonik-Partner deckt komplette Silikon-Wertschöpfungskette ab

Basierend auf Organo-Silizium Verbindungen hat Wynca eine komplette Wertschöpfungskette für Silikon/Silan basierte Produkte aufgebaut: Von der Siliziumherstellung aus Quarzsand über die Monomer-Synthese bis hin zu den Verkaufsprodukten. Das Ergebnis sind die vier großen Produktlinien: Silikonkautschuk, Silikonöl, Silikonharz und funktionelle Silane als Kupplungsmittel. Wynca wird somit zu einem Unternehmen für Organo-Silizium Verbindungen, das die gesamte industrielle Wertschöpfungskette abdeckt.

Darüber hinaus weitet Wynca die Kapazitäten im Bereich Organochlorsilane aus. Dies ist ein Rohstoff, von dem bis zu 300 kt jährlich für die Produktion von Silikonen verwendet werden. Ein kleiner Teil dieser Kapazitätenerweiterung geht in die Belieferung des Joint Ventures zur Produktion von Aerosil. Der Vice President der Wynca Gruppe, Herr Tao Wei, sagt dazu: „Die Anlage des Joint Ventures wird die integrierte Produktionsstruktur des Wynca-Standorts in Zhengjiang verbessern. Evonik bringt Technologien für pyrogene Kieselsäure in das Joint Venture mit ein. Alle Nebenprodukte, von Wynca wie Trimethylchlorsilan sowie die des Joint Venture, z. B. Salzsäure, werden vollständig wiederverwertet. Somit lassen sich am Wynca-Standort in Zhenjiang Synergien bei der Produktion von organischen Silizium-Monomeren, Monochlorsilan und pyrogener Kieselsäure erzielen.“

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Neben pyrogener Kieselsäure und gefällter Kieselsäure stellt Evonik auch Mattierungsmittel auf Kieselsäurebasis unter dem Markennamen Acematt her und andere pyrogene Metalloxide unter dem Markennamen Aeroxide. Insgesamt verfügt das Unternehmen für alle Kieselsäuren über eine weltweite Kapazität von rund 1.000.000 t jährlich.

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