Phoenix Contact: Überspannungsschutz erhöht Verfügbarkeit

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Der Typ II-Ableiter wird auch (Netz-)Überspannungsschutz genannt. Typ II–Ableiter werden in Unterverteilungen oder Steuerschaltschränken eingesetzt. Der Typ III–Ableiter schließlich ist ein Geräteschutz. Er ist möglichst nahe vor dem zu schützenden Gerät zu installieren. Ob in der Praxis alle drei Schutzstufen eingesetzt werden, hängt sowohl von der Applikation als auch von den zu schützenden Systemen und dem Schutzzonenkonzept ab. [1,2,4]

Überspannungsschutzgeräte für die Signaltechnik sind in einem Modul mehrstufig aufgebaut. In der Praxis wird oft nur ein Ableiter für das zu schützende Interface – für den digitalen oder analogen Port eingesetzt.

Rundum geschützt

Flashtrab compact FLT-CP-3S-350 — Blitzstrom- und Überspannungsableiter in Einem (Archiv: Vogel Business Media)

Bei der NWKG basiert das Überspannungsschutz-Konzept auf Ableitern vom Typ Flashtrab compact FLT-CP-3S-350 für die Haupteinspeisungen in den Betriebsgebäuden. Dabei handelt es sich – normativ gesehen – um einen Typ I+II-Ableiter — also Blitzstromableiter und Überspannungsableiter in einem. [3] Flashtrab compact kombiniert ein hohes Blitzstromableitvermögen mit einem niedrigen Schutzpegel. Zum Schutz der Profibus-Schnittstellen und der vorgeschalteten Modems, die zu den Kavernenplätzen führen, werden Überspannungsschutzgeräte vom Typ Plugtrab PT 3 PB eingesetzt.

Im Freiluftschaltschrank der Kaverne befindet sich der Überspannungsschutz oben rechts unterhalb der SPS (Archiv: Vogel Business Media)

Der Überspannungsschutz im Freiluftschaltschrank der Kavernenplätze umfasst den Typ II-Ableiter VAL-MS 230 für die Stromversorgung sowie die Überspannungsschutzgeräte für das Bus-Interface und die E/As der Steuerung. Die „blauen“ Überspannungsschutzgeräte sind in eigensicheren Signalkreisen installiert. Somit sind die Steuerung und die weiteren elektrischen Systeme im Schaltschrank wirkungsvoll gegen Überspannungen geschützt. Der Typ II-Ableiter VAL-MS 230 für die Stromversorgung der Freiluftschaltschränke reicht hier aus, weil direkte Blitzeinschläge unwahrscheinlich sind und außerdem der Kabelquerschnitt der Zuleitung nicht groß ist.

Modul Plugtrab PT ist für alle gängigen Schnittstellen verfügbar

Der Überspannungsschutz für die Signaltechnik richtet sich nach dem Signalkreis. Das Modul Plugtrab PT ist für alle gängigen Schnittstellen verfügbar. „Ein großer Vorteil ist die Steckbarkeit“, so Umierski. „Bei einem Defekt kann der Stecker mit den Schutzelementen unmittelbar gezogen werden — und die Anlage läuft erstmal weiter.“

Weil auch Service-Freundlichkeit beim Überspannungsschutz eine wichtige Rolle spielt, hat die NWKG das Ableiterprüfgerät Checkmaster angeschafft. „Mit dem Checkmaster können wir die Ableiter Plugtrab PT wie auch die Ableiter FLT-CP und VAL-MS zu festgelegten Prüfungsintervallen auf zuverlässige Funktion überprüfen“, so der Elektriker. Die Überprüfung kann im Rahmen der Prüfung des Blitzschutzsystems durchgeführt werden: zum Beispiel — wie in der Praxis üblich — einmal im Jahr.

Nichts geht ohne Schutzmaßnahmen

Überspannungsschutz – seit Jahren Stand der Technik — zeigt immer wieder, dass sich die Anlagenverfügbarkeit und damit die laufenden Betriebskosten senken lassen. Zum einen gibt es weniger Ausfälle wegen defekter Komponenten, und zum anderen werden dadurch auch die Wiederinbetriebnahmen sowie das Eichen von Messkreisen vermieden. Aus diesem Grund gehört Überspannungsschutz bei der NWKG zur Standardausstattung.

Bernd Fritzemeier, Technical Support Überspannungsschutz, Phoenix Contact, Blomberg

Normen und Literatur

[1] DIN EN 62305 Teile 1 bis 4, Blitzschutz

[2] DI V VDE V 0100 T534: 1999, Auswahl und Errichtung von Überspannungsschutz-Einrichtungen in Niederspannungsanlagen

[3] IEC 61643-1, Low-voltage surge protective devices

- Surge protective devices connected to low-voltage power distribution systems

[4] IEC 61643-21/22, Low-voltage surge protective devices

- Surge protective devices connected to telecommunication and signalling networks

Joachim Schimanski: Überspannungsschutz, Theorie und Praxis, Hüthig Verlag 2002

Trabtech Basics, Grundlagen zum Überspannungsschutz, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg

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