PDM-Systeme Einführung eines PDM-Systems in einer heterogenen ERP-Systemlandschaft

Redakteur: Frank Jablonski

Benennungen, Werkstoffangaben oder Wertelisten sind häufig innerhalb eines Unternehmens genauso uneinheitlich wie die an unterschiedlichen Standorten genutzten ERP-Programme. Um einheitliche PDM-Systeme einzuführen, ist aber nicht unbedingt eine homogene ERP-Landschaft notwendig, wie folgender Beitrag zeigt.

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(Bild: Netzsch Pumpen und Systeme)

Mehr als 3000 Mitarbeiter weltweit, die in 140 Vertriebs- und Produktionszentren in 23 Ländern ihre jeweiligen Produkte herstellen und ihre Märkte bearbeiten. Das ist ein Szenario, mit dem mittlerweile viele chemische Betriebe und ihre Zulieferer umgehen müssen. Das Wachstum in den zurückliegenden Jahren hatte in vielen Unternehmen zur Folge, dass die weltweit eingesetzten heterogenen ERP-Systeme ihr lokales Eigenleben entwickelten, insbesondere was Artikel-, Stücklisten oder Zeichnungspflege anbelangt. Eine Klassifikation war außerhalb Deutschlands häufig nur rudimentär oder gar nicht vorhanden.

Dieser Zustand zementiert eine Komplexität, die bei Neu-Projekten, der Ersatzteilbeschaffung oder bei Umbauten Zeitverluste und Kosten verursachen.Um diesen Zustand aufzubrechen, ist der erste Schritt, weltweit einheitliche Produktdaten einzuführen, die auch in einer heterogenen ERP-Systemlandschaft funktionieren.

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Unterschiedliche ERP-Systeme

Das weltweit tätige Familienunternehmen Netzsch, auf das sich die eingangs genannten Zahlen beziehen, bietet unter anderem Pumpen und Pumpensysteme für die Prozessindustrien über ein Plattformkonzept mit entsprechenden Pumpen- und Geometrievarianten an. Diese Plattform ermöglicht die individuelle Auslegung im Rahmen der Angebotskonfiguration sowie eine automatisierte Konfiguration der Auftragsstücklisten im ERP-System Infor AS.

Während das Management in Deutschland auf Infor gesetzt hat, wird in Brasilien mit Datasul, in China mit Intuitiv und in Indien mit SAP Business One gearbeitet. Das Produktmanagement erkannte frühzeitig die Notwendigkeit und die Bedeutung einer Konsolidierung und Vereinheitlichung der Produktstammdaten und Dokumente, besonders vor dem Hintergrund des starken Wachstums in den außereuropäischen Regionen.

Ziele, die mit dem neuen PDM-System erreicht werden sollten, lauteten u.a. sich in der Produktsteuerung und im Produktcontrolling strategisch besser aufzustellen. Doppelarbeiten sollten reduziert und langfristig die Produktdaten harmonisiert und bereinigt werden. Zugangs- und Schutzmechanismen sollten gleichzeitig das Produkt-Know-How sichern.

Gemeinsam mit den Ingenieuren von DLP Engineers wurde eine weltweit einheitliche PDM-Lösung gesucht: Allen Standorten sollten die notwendigen Informationen für Technik und Strategischen Einkauf zur Verfügung gestellt werden. Verwaltet werden sollten im Detail:

  • Artikelstämme und Stücklisten,
  • Dokumente mit Fokus auf Zeichnungen und Werknormen,
  • Klassifikationen zum Finden und Konfigurieren und
  • das technische Änderungswesen.

PDM-Backbone mit SAP PLM

Nachdem die Netzsch-Holding entschieden hatte, in China SAP einzuführen und in Deutschland neben Infor AS ebenfalls SAP FI und CO bereits im Einsatz war, fiel die Entscheidung für SAP als zukünftige zentrale PDM-Plattform nicht schwer. Entscheidend für die Wahl von SAP als PDM-Backbone war:

  • die Möglichkeit, die Standorte als Werke auf einem einzigen Mandanten abbilden zu können,
  • die Unicode-Fähigkeit (wichtig für den Standort China),
  • die umfangreiche Standardfunktionalität im Bereich Materialstamm, Klassifikation, Stücklistenwesen, Dokumentenverwaltung und Änderungsmanagement.

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