PDM-Systeme

Einführung eines PDM-Systems in einer heterogenen ERP-Systemlandschaft

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Die Herangehensweise des PDM-Projektteams

Nach den Vorentscheidungen beauftragte das Management DLP Engineers damit, das PDM-Projektteam weiter sowohl konzeptionell und fachlich/inhaltlich als auch beim operativen Projektmanagement zu unterstützen.

Im Rahmen der Konzept- und Prototypenphase wurde zunächst die Urladungs- und Replikationsstrategie gemeinsam festgelegt. Mit Hilfe der bidirektionalen SAP-Schnittstelle von DLP wurde im ersten Schritt das lokale Infor AS auf IBM AS/400 an das zentrale SAP-PDM angebunden.

Im Rahmen der Urladung flossen aus Infor AS in das SAP-System 500.000 Teilestämme, 2.000 Klassen mit 5 Mio. Werten und 2.000 Stücklisten ein.

Diese Daten wurden entsprechend einer im SAP hinterlegten Businesslogik geprüft und entsprechend der vorgegebenen Plausibilitätsvorschriften verarbeitet. Da SAP hinsichtlich der Anforderungen an die Datenkonsistenz einen sehr hohen Standard (mit strengeren Regeln als Infor AS) fordert, ist in diesem Rahmen zum einen ein wesentlicher Augenmerk auf die vollständige Protokollierung der verarbeiteten Daten in Transfertabellen gelegt worden.

Hierdurch ist zum anderen die Basis für eine Delta-Migration gelegt, die es ermöglicht, Urladungen jederzeit partiell neu zu verarbeiten und bei ausreichender Qualität der Definition der Verarbeitungslogik auch einen kontinuierlichen bidirektionalen Datenabgleich aufzubauen.

Auf diese Weise wurden Benennungen, Werkstoffangaben, Klassennamen, Klassenbenennungen, Merkmalwerte, Merkmalwertbenennungen und Wertelisten auf Datenkonsistenz geprüft und in den aktiven SAP-Datenbestand übernommen. Im nächsten Schritt standen zusätzliche 10.000 chinesische Artikelstämme, 60.000 deutsche und 10.000 chinesische Zeichnungen zur Übernahme in das SAP-System auf dem Plan.

Keine leichte Aufgabe, die aber lösbar war: Dadurch, dass der PDM-Backbone frühzeitig mit Produktdaten aufgebaut wurde, konnte z.B. das Werk in China im Rahmen seiner SAP-Einführung bereits auf deutsche Materialstämme und Stücklisten zugreifen. Auf eine umfangreiche Migration der Altdaten aus dem vormaligen chinesischen ERP-System konnte so verzichtet werden. Ein weiterer Vorteil: Der Aufbau redundanter Daten wurde auf diese Weise von Anfang an verhindert.

Umgang mit den 3D-CAD-Daten

Die Ingenieure und Service-Abteilungen bei Netzsch Pumpen & Systeme arbeiten mit Inventor als 3D-CAD-System. Die Neutralformate der Zeichnungen wurden noch klassisch im Filesystem verwaltet. Heute sind Zeichnungen als Dokumente im PDM verwaltet und werden als Objektverknüpfung den entsprechenden Materialstämmen versionsgerecht zugeordnet. Der globale Zeichnungszugriff folgt je Standort und Dokumentdaten den vom Produktmanagement definierten Zugriffsregeln.

Parallel zu dem eigentlichen PDM-Projekt suchte der Bereich Öl & Gas eine Ablösung für eine nicht mehr funktionsfähige Excel-basierte Dokumentenverwaltung. Über 220 verschiedene Dokumententypen werden projektspezifisch geführt und mit offiziellen Freigabeprozessen versioniert.

Im PDM sind die Dokumente mit den entsprechenden Daten (Informationen, Termine, Status) verwaltet. Da der Dokumentationsfortschritt dem Zahlungsplan unterliegt, unterstützt heute ein dynamisch generierbarer Management-Report mit einer Wiedervorlagesystematik bei der termingerechten Abwicklung und Zurverfügungstellung der Projektdokumente.

Doch das Projekt ist noch nicht an seinem Ende angekommen. Als nächste Schritte sind geplant:

  • die weltweite Verbreiterung der SAP PDM-Nutzung, d.h. der weltweite PDM-Zugriff und die Anbindung weiterer Standortsysteme wie Business One in Indien und Datasul in Brasilien
  • die funktionale Vertiefung der Lösung, d.h. die Bereitstellung globaler Datenverwaltungs- und Replikationsfunktionalitäten CAD-Daten (Stichwort SAP Content Cache Server)
  • die Anbindung von Autodesk Vault/Inventor
  • der Aufbau eines weltweit durchgängigen Änderungswesens
  • die Unterstützung im Rahmen der geplanten Ablösung von Infor AS und Migration auf SAP
  • die automatisierte weltweit einheitliche Generierung von Maßzeichnungen.

Mit diesen Maßnahmen besteht trotz weiterhin bestehender Unterschiede eine sinnvolle Vereinheitlichung, um das Zusammenarbeiten über Zeitzonen, Sprachen und Grenzen hinweg weiter zu optimieren.

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