Vom QR-Code zur Kreislaufwirtschaft
Digitaler Produktpass: So wird die bürokratische Hürde zum Wettbewerbsvorteil für KMUs

Aktualisiert am 04.08.2026 Von Sarah Junker 6 min Lesedauer

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Was wäre, wenn jedes Ventil, jede Pumpe und jeder Sensor über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg eine digitale Identität besäße? Was eher nach Industrie 4.0-Fantasie klingt, wird durch die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) zur gesetzlichen Pflicht. Ein Praxis-Workshop beim Hersteller von Ventil-, Mess- und Regeltechnik Gemü zeigt, dass der digitale Produktpass (DPP) weit mehr ist als nur ein virtuelles Typenschild.

Simon Stadtmüller, Product Owner bei Gemü, erklärt beim Workshop den Weg des Unternehmens zum Digitalen Produktpass – bereits 2015 hat CEO Gert Müller das Thema mit der internen Digitalisierung angestoßen.(Bild:  Dennis Scherr)
Simon Stadtmüller, Product Owner bei Gemü, erklärt beim Workshop den Weg des Unternehmens zum Digitalen Produktpass – bereits 2015 hat CEO Gert Müller das Thema mit der internen Digitalisierung angestoßen.
(Bild: Dennis Scherr)

Die Vision des digitalen Produktpasses ist bestechend: Ein Bauteil – beispielsweise ein Ventil – landet Jahrzehnte nach dem Verkauf in der Hand eines Servicetechnikers oder eines Recyclers. Ein Scan des QR-Codes genügt, um sofort den gesamten Lebensweg des Produkts zu kennen: Wer der Hersteller ist, welche Materialien enthalten sind, welche Ersatzteile passen und wie die CO2-Bilanz aussieht. Doch auf dem Weg von der Vision zur industriellen Realität müssen viele kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) noch einige Fragen beantworten: Wo fängt man am besten an? Welche Daten werden benötigt? Und wo werden die Daten gespeichert?

Bei einem Workshop im 2024 eröffneten Headquarter der Gebrüder Müller Apparatebau (Gemü) in Kupferzell gaben Experten des VDMA, der IHK Heilbronn-Franken, des Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) und des Gastgebers Gemü Einblicke in den Status quo und die praktische Umsetzung des digitalen Produktpasses (DPP).