Gas-Sensoren Die unsichtbare Gefahr bei der Polystyrol-Produktion

Redakteur: Dominik Stephan

Wer kennt Polystyrol nicht? Ob zur Dämmung von Gebäuden, um jede Menge CO2 zu sparen. Oder um Menschen, Waren und Lebensmittel zu schützen, z.B. Sturz-Helme, Verpackung für Fernseher und Frischware. Der besondere Vorteil von Polystyrol - es ist extrem leicht, dämmt hervorragend gegen Wärme und Kälte und ist gegen mechanische und chemische Einflüsse sehr widerstandsfähig.

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MSR-Electronic verfügt über ATEX- und IECEx-Zertifikate für elektrischen Ex-Schutz und Messtechnische Prüfung sowie SIL2 für die Sicherheitsfunktionen 4–20 mA, RS-485 und Relais.
MSR-Electronic verfügt über ATEX- und IECEx-Zertifikate für elektrischen Ex-Schutz und Messtechnische Prüfung sowie SIL2 für die Sicherheitsfunktionen 4–20 mA, RS-485 und Relais.
(Bild: MSR)

Für die Herstellung von Polystyrol wird klassischerweise Erdöl benötigt: In der klassischen Suspensionspolymerisation werden Wasser und Styrol gemischt. Unter Beigabe des Treibmittels Pentan formt sich das Gemisch zu einem perlförmigen Granulat, dem expandierbaren Polystyrol (EPS). Sobald die EPS-Perlen mit Wasserdampf erwärmt werden, blähen sie sich auf etwa das 50-Fache ihrer ursprünglichen Größe auf. Nach einer Zwischenlagerung werden die Schaumstoff-Kügelchen in Blockformen gefüllt und durch nochmalige Erwärmung mit Wasserdampf untereinander verschweißt. Die daraus entstandenen Polystyrol-Blöcke werden nach Ablauf einer bestimmten Lagerungszeit zu Platten geschnitten.

Typische Nutzerbranchen in der Industrie, die Polystyrol etwa als Dämmmaterial oder zur Produktion von Verpackungen brauchen, machen den Löwenanteil der Kunden des kroatischen Unternehmens Plastform aus. Doch weil austretendes Pentangas schnell explosionsfähige Gemische bilden kann, ist eine Überwachung der Pentankonzentration während der einzelnen Produktionsschritte unerlässlich.

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Überwachung von Pentangas (EX) in Schaumstoffproduktion, Zagreb

Plastform verlässt sich dabei auf die Gasmessung der Polyxeta-2-Produktserie von MSR. Eine Gasüberwachung findet demzufolge in Ex-Zone 1 beim Schutz von Polystyrol (EPS) in den dampfdurchlässigen Silos statt. Des Weiteren wird explosibles Pentangas in der Ex-Zone 2 bei der Lagerung von Rohstoffen sowie im Blockgussprozess detektiert. Die stationäre Gaswarnanlage schaltet bei einer gemessenen Konzentration von 10 % UEG die Lüftung ein.

Sollte dies nicht ausreichend sein und die Konzentration 20 % UEG erreicht haben, unterbricht das Gaserkennungssystem die Pentan-Zufuhr und stoppt den Produktionsablauf. Der Polyxeta 2 Sensor wird im industriellen Bereich, wie Öl-/Gas-Industrie, Biogasanlagen, Petrochemie, Kraftwerke etc. in Ex-Zone 1 + 2 eingesetzt. Er eignet sich auch für kommerzielle Bereiche, wie Gasübergabestationen.

Der mikroprozessorgestützte Gassensor mit 4–20 mA / RS485-Modbus Ausgangssignal, Alarm- und Störrelais (alle SIL 2 zertifiziert) dient zur Überwachung der Umgebungsluft auf brennbare Gase und Dämpfe mittels eines katalytischen Sensorelements (Pellistor), gemäß Richtlinie 2014/34/EU. Bei den Sensoren ohne LC-Display erfolgt die Kalibrierung über ein handliches Kalibriergerät oder über eine PC-Software. Sensoren mit LC-Display haben eine integrierte Kalibrierroutine, die ohne Öffnen des Gehäuses von außen mit einem Dauermagneten gestartet wird. Auf dem LC-Display wechselt im Alarm- und Fehlerfall die Hintergrundbeleuchtung von Grün auf Rot.

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