Marktstudie Wie Petrochemie beim Klimaschutz helfen kann

Redakteur: Alexander Stark

Wärmedämmung von Hausfassaden gilt als eine der effektivsten Methoden für mehr Klimaschutz. Ein besonders häufig dafür eingesetztes Material basiert auf Erdöl: Expandierbares Polystyrol (EPS). Ceresana hat den Weltmarkt für EPS genauer untersucht.

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Nach der neusten Ceresana-Studie zum Weltmarkt für EPS wurden im Jahr 2020 insgesamt rund 6,59 Millionen Tonnen verbraucht.
Nach der neusten Ceresana-Studie zum Weltmarkt für EPS wurden im Jahr 2020 insgesamt rund 6,59 Millionen Tonnen verbraucht.
(Bild: Ceresana)

Konstanz – Bessere Gebäudedämmung ist ein Hauptziel des „European Green Deal“. Denn Immobilien verbrauchen immer noch fast 40 % der gesamten Energie. Deshalb fordert die EU-Kommission eine „Renovierungswelle“: Um den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch zu verringern, sollen die EU-Staaten bis 2030 jährlich rund 200 Milliarden Euro in die energetische Modernisierung von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden investieren. Von diesen Initiativen zur Verbesserung der Energie-Effizienz profitieren besonders die Hersteller und Verarbeiter von Expandierbarem Polystyrol (EPS), dem meist-verkauften Dämmstoff. Nach der neusten Ceresana-Studie zum Weltmarkt für EPS wurden im Jahr 2020 insgesamt rund 6,59 Millionen Tonnen verbraucht.

EPS ist ein leichter, fester und fast beliebig formbarer Schaumstoff, der unter Markennamen wie Styropor oder Airpop gehandelt wird. Das vielseitige Material besteht vor allem aus Luft und aufgeschäumtem Polystyrol, dazu kommen Flammschutzmittel und andere Additive, zum Beispiel Grafit. EPS ist zwar auch in Schutzhelmen und Schwimmwesten, in Getränkebechern, Gießformen und zahlreichen weiteren Anwendungen zu finden – rund 53 % seines Marktes entfallen aber auf Bau-Produkte. Von der Bauindustrie wird der kostengünstige Dämmstoff vor allem zur Isolation von Wärme, Kälte oder auch Schall eingesetzt – beim Wohnungsneubau ebenso wie bei der Sanierung von Altbauten. Die Konkurrenten von EPS sind dabei Glas- und Steinwolle, zunehmend aber auch Dämmstoffe auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen.

Ambitionierte Klimaschutz-Ziele für den Gebäudesektor gibt es auch zum Beispiel in Japan und Südkorea. Besonders in den Ländern Asien-Pazifiks und Amerikas wird EPS aber nicht nur für Dämmstoffe, sondern in großem Umfang auch für Verpackungen eingesetzt, zum Beispiel für den Transport von frischem Fisch oder Elektronikprodukten. Weltweit entfallen auf Verpackungen über 40 % des EPS-Verbrauchs. Laut der aktuellen, bereits vierten Ausgabe des EPS-Marktreports von Ceresana wurden im Jahr 2020 in der Region Asien-Pazifik rund 57 % des globalen EPS-Verbrauchs verzeichnet. Für China erwarten die Analysten weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsraten, obwohl sich dort die Dynamik des Bausektors abkühlt. Besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern steigt der Pro-Kopf-Verbrauch von Verpackungen aus EPS der Studie zufolge.

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