Trendbericht Prozessautomatisierung

Die Geister, die ich rief – Entwicklungen der letzten 20 Jahre

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Modularisierung hält Einzug

Ein ganz anderes Beispiel ist etwa die Modularisierung von Anlagen. Hier gab die Verfahrenstechnik neue Impulse, um den Markteintritt neuer Produkte, insbesondere in der Feinchemie, zu beschleunigen. Für die Mess- und Automatisierungstechnik bedeutet dies, z.B. kompakte Komponenten zu entwickeln oder etwa den Plug and Play-Gedanken bei Leitsystemen weiter voran zu treiben.

Noch scheint das Thema Modularisierung im Augenblick nur für eine kleine Zielgruppe interessant, von den Ergebnissen wird aber sicher die ganze Branche profitieren.

Einzug der Windows-Welt

„Ohne durch die Reihenfolge eine Wertung vornehmen zu wollen, würde ich die Stichworte Normung, Microsoft-Betriebssysteme und natürlich die Feldbus-Technologie nennen“, zählt Daniel Huber, Leiter Division Prozessautomatisierung CEU (Central Europe) bei ABB, die für ihn wichtigsten Veränderungen der vergangenen Jahre auf.

Die Einführung der IEC 31131-Norm bedeutete z.B. die Abkehr von starrer Funktionsbausteinprogrammierung, die der IEC 61850 die Integration von Prozessautomatisierung und -elektrifizierung. „Eine wichtige Entwicklung begann Anfang des Jahrhunderts mit Umstellung der ehemals propietären Betriebssysteme auf die Standard-Betriebssysteme wie Microsoft Windows mit all den damit verbundenen Herausforderungen für Anwender und Hersteller. Beispielhaft sei hier die Sicherheitsproblematik genannt und – ganz aktuell – die häufigen Wechsel und Abkündigungen bestimmter Versionen.“

Insbesondere beim Tausch von Geräten und Komponenten im Feld wurde die Situation für Anwender und Hersteller von Messgeräten und Leitsystemherstellern in den vergangenen Jahren äußerst unkomfortabel. Viele Instandhaltungstechniker kämpften mit zahlreichen Wartungs- und Integrationssoftwarelösungen. Dank der FDI-Initiative, in der Hersteller und Anwender eng zusammen arbeiteten, sollte das Thema Geräteintegration in ein paar Jahren eben kein Thema mehr sein.

Fakt ist jedoch, dass die Lebenszyklen der Komponenten der Prozessindustrie viel länger sind als die der schnelllebigen Office-Welt. „Über viele Jahre konnten wir beobachten, dass der Betrieb von Leitsystemen in weitaus längeren Zeiträumen geschieht, als das im Büroalltag der Fall ist. Teilweise sind PLS-Systeme zehn, 15 oder gar 20 Jahre produktiv“, so Huber. Die Konsequenz für ABB: „Heute bieten wir deshalb verstärkt Life-Cycle-Services an, die dem Kunden den langfristig optimalen Betrieb seines Leitsystem und damit seiner Produktionsanlage sichern.“

Stichwort Integration: Aus der Vision von einst ist Wirklichkeit geworden. Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite.

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