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Gerüstet für die Modulare Automation

Die Dima-Methodik (Dezentrale Intelligenz für Modulare Anlagen) entwächst ihren Kinderschuhen

| Autor / Redakteur: Eva Banholzer und Ulrich Hempen / Dr. Jörg Kempf

Der Bedarf an modularen Anlagenkonzepten wird weiter wachsen. Infolgedessen ist auch eine neue und einfache Automatisierungsarchitektur gefragt.
Der Bedarf an modularen Anlagenkonzepten wird weiter wachsen. Infolgedessen ist auch eine neue und einfache Automatisierungsarchitektur gefragt. (Bild: © Robert Kneschke, anekoho, BillionPhotos.com/Fotolia.com, [M]-Sahlmüller)

Auf der diesjährigen Namur-Hauptsitzung (10./11. November 2016) werden diverse Globalplayer der prozesstechnischen Automatisierung die Herstellerunabhängigkeit der Dima-Methodik zeigen und sie damit salonfähig machen für den breiten Ansatz im modularen Anlagenbau. Das letzte Kapitel der Dima-Erfolgsgeschichte soll damit indes nicht geschrieben sein, wie dieser Beitrag zeigt.

Als Wago 2014 als Hauptsponsor der Namur-Hauptsitzung die Dima-Methodik präsentiert hat, ging ein Ruck durch die Branche der Prozessautomatisierer. Steuerungsintelligenz vom Prozessleitsystem auf die Anlagenmodule zu verteilen, Anlagenmodule digital zu beschreiben und für eine neutrale Schnittstelle zwischen Anlagenmodul und Leitsystem zu sorgen, kam einer kleinen Revolution gleich – zumindest dem deutlichen Bruch mit bestehenden Automatisierungsparadigmen, die bis dato in der Prozessindustrie vorherrschten.

Die Dima-Methode sorgte für rege Gespräche – und Diskussionen zwischen Befürwortern und Kritikern. Die größten Zweifel an der Praktikabilität der Methode resultierten aus der Skepsis, dass für ein solches Konzept wirklich alle Beteiligten unternehmensübergreifend am gleichen Strang ziehen würden.

Zur diesjährigen Namur-Hauptsitzung wird die Geschichte ihre Fortsetzung finden: In Form eines Demonstrators, der nach der Dima-Methodik umgesetzt ist; nun aber nicht ausschließlich von Wago, sondern herstellerübergreifend. Auf der Liste der daran beteiligten Firmen finden sich Unternehmen, die seit Jahren in der Automatisierung der Prozesstechnik gesetzt sind: Siemens, ABB, Emerson, der diesjährige Namur-Hauptsponsor Yokogawa, Festo, Pepperl + Fuchs, Phoenix Contact und Hima. Mit diesem Schritt entwächst die Dima-Methodik endgültig ihren Kinderschuhen. Und auch die letzten Skeptiker oder Zweifler dürften verstummen.

In der Retrospektive waren deren Sorgen offenbar ohnehin völlig unbegründet: die Nachfrage nach Modularität wächst. Nicht im Sinne komplett modularer Anlagen, jedoch nach Anlagen, die in Teilen modular aufgebaut sind und damit die Wandlung des Produktionsprozesses erlauben. Vor allem aus den Märkten der Spezialitätenchemie, der Pharmazie und der Lebensmittelindustrie konnte auch Wago zunehmendes Interesse an der Dima-Methodik verbuchen.

Große Prozessleitsystemanbieter verstehen Dima als Chance; das beweist nicht zuletzt die Geschwindigkeit, mit der die Methodik bereits im Frühjahr 2015 von Namur und ZVEI aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Ziel dieser Zusammenarbeit war es, den von Wago vorgestellten prototypischen Ansatz im Rahmen diverser Arbeitskreise in den Bereichen Prozedursteuerung/Batch, Visualisierung und Diagnose auszuspezifizieren und eine Namur-Empfehlung zum MTP (Module Type Package) zu entwickeln, dem eigentlichen Herzstück der Dima-Methodik.

Mit dem Demonstrator werden Namur und ZVEI ihre Projektergebnisse im Rahmen der nächsten Hauptsitzung der Namur im November 2016 präsentieren. Und sie werden damit den Nachweis antreten, dass die Dima-Methodik herstellerunabhängig genutzt werden kann. In zwei Workshops werden die Arbeitskreise konkret zeigen, wie das MTP aus einem Engineering-Werkzeug generiert und wie es über eine neutrale Schnittstelle in das Prozessleitsystem eingelesen werden kann.

Erste Interessenten haben bereits begonnen, die Dima-Methodik zusammen mit Wago in ersten Pilotanlagen prototypisch umzusetzen. Mehr auf der nächsten Seite ...

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Die Dima-Methodik (Dezentrale Intelligenz für Modulare Anlagen) entwächst ihren Kinderschuhen
  • Seite 2: Erste Pilotanlagen

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