Standortperspektiven-Studie Großteil der energieintensiven Unternehmen verlagern Investitionen ins Ausland

Quelle: Simon-Kucher 2 min Lesedauer

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Die deutsche Industrie steht unter Druck. Laut der Simon-Kucher Standort-Perspektiven-Studie 2025 ist die Lage für energieintensive Unternehmen dramatisch. Und das mit klaren Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. So verlagern fast 3 von 4 Konzernen ihre Investitionen ins Ausland.

Laut der Simon-Kucher Standortperspektiven-Studie 2025 verlagern energieintensive Unternehmen zunehmend Investitionen und Produktion ins Ausland.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Laut der Simon-Kucher Standortperspektiven-Studie 2025 verlagern energieintensive Unternehmen zunehmend Investitionen und Produktion ins Ausland.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Deutschland wird als Standort für energieintensive Unternehmen zunehmend unattraktiv. Laut der Simon-Kucher Standortperspektiven-Studie 2025 verlagern 42 % der Konzerne ihre Produktion in andere Länder Europas, weitere 31 % sogar auf andere Kontinente. Fast alle Unternehmen nennen dabei Energiepreise als wichtigsten Standortfaktor. So empfindet beinahe jeder zweite Konzern lange Genehmigungsverfahren und regulatorische Unsicherheiten als größte Hürde zur CO2-armen Energieerzeugung. Trotzdem bleibt Nachhaltigkeit ein strategischer Fixpunkt: Der Großteil hat Nachhaltigkeit fest in seiner Strategie verankert, doch nur wenige erzielen bislang greifbare Markterfolge.

Überraschend sei diese Entwicklung nicht. „Die industrielle Abwanderung ist kein plötzlicher Exodus, sondern ein langfristiger struktureller Trend“, betont Jan Hämer, Chemicals-Partner bei Simon-Kucher.

Besonders schwer trifft es die Produzenten von Basischemikalien. „Basischemikalien in Deutschland zu produzieren, wird zunehmend unattraktiv – jetzt wandert die Industrie ab“, weiß Hämer. Jeder dritte Betrieb (36 %) verlässt den Kontinent. Von den Konzernen, die weiterhin in Europa produzieren, wechselt jeder Zweite ins europäische Ausland (50 %). „In Deutschland verlagern deutlich mehr Unternehmen ihre Produktion als in anderen Teilen Westeuropas oder in den USA. Die deutsche Chemieindustrie zeigt dem Wirtschaftsstandort Deutschland die rote Karte“, so Hämer.

Energiepreise sind Standortfaktor Nr. 1

Für nahezu alle befragten Unternehmen (97 %) sind Energiepreise der wichtigste Standortfaktor. Steigende Kosten verschärfen die Belastung und gefährden Investitionen in Deutschland. „Die industriellen Wurzeln bleiben stark doch der Druck nimmt zu!“, sagt Michael Kässer, Energie-Partner bei Simon-Kucher. „Energieintensive Industrien stehen vor der Wahl: sich an steigende Energiepreise, strengere Regulierung und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen anzupassen – oder den Anschluss zu verlieren.“

Konzerne kämpfen mit Regularien und Genehmigungen

Was die Unternehmen besonders belastet? Allen voran regulatorische Unsicherheiten und lange Genehmigungsverfahren. Für ganze 43 % der Unternehmen ist dies die größte Hürde auf dem Weg zu einer CO2-armen Energieerzeugung. „Der industrielle Wandel ist unausweichlich – entscheidend ist, ob Deutschland ihn gestaltet oder ihm hinterherläuft“, so Kässer. „Und gerade sieht es düster aus.“

Nachhaltigkeit bleibt Kernstrategie

„Obwohl viele Konzerne das Gefühl haben, beim Thema viele Steine in den Weg gelegt zu bekommen, bleibt Nachhaltigkeit fester Bestandteil der Unternehmensstrategie“, weiß Daniel Hess, Senior Director bei Simon-Kucher. Auf Europaebene bezeichnen so 88 % der Unternehmen Nachhaltigkeit als Core-Strategie. „Energieintensive Unternehmen in Deutschland sehen bei CO2-armer Energieerzeugung zwar weniger Hürden als ihre europäischen Nachbarn, insgesamt bleiben die Markterfolge aber oft noch aus.“

Das Ende des Industriestandortes Deutschland?

Was das Ganze für die Zukunft bedeutet? „Jetzt kommt es darauf an, Wettbewerbsfähigkeit, Planungssicherheit und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen, um die industrielle Stärke Deutschlands zu sichern“, unterstreicht Hämer. „Gelingt das nicht, wird es dunkel für den Industriestandort Deutschland.“

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