Investition in China Darum liegt für Merck die Zukunft in China

Redakteur: Anke Geipel-Kern

China entwickelt sich zum gelobten Land für die Pharmaindustrie und Merck will daran teilhaben. Am Standort Nantong plant der Darmstädter Konzern jetzt eine Erweiterung der gerade eingeweihten Pharmaproduktion.

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Modellansicht des neuen Pharma-Produktionsstandorts von Merck in Nantong, China.
Modellansicht des neuen Pharma-Produktionsstandorts von Merck in Nantong, China.
(Bild: Merck)

Darmstadt / Nantong, China – Merck hat die neue Pharmaproduktion in Nantong gerade eingeweiht und dabei bereits ein weiteres Bauprojekt angekündigt. 80 Millionen Euro will der Darmstädter Konzern in ein Life Science Center in der Nähe des Pharmabetriebs in Nantong investieren, in dem hochreine anorganische Salze, Produkte für Zellkulturmedien sowie Fertigkulturen hergestellt werden sollen. Eigenen Angaben zufolge ist das die größte Pharmaproduktion außerhalb Europas.

Start der Produktion ist für 2017 geplant

2017 sollen die ersten Medikamente produziert werden. In der Hauptsache handelt es sich um Glucophag, Euthyrox und Concor zur Behandlung von Diabetes, Schilddrüsenfunktionsstörungen beziehungsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Mit der gerade angekündigten Folgeinvestition soll die Anlage bis 2021 ihre volle Produktionskapazität von jährlich bis zu 10 Milliarden Tabletten erreichen. Derzeit beschäftigt der Pharmastandort 180 Mitarbeiter; bis zum Jahr 2021 soll sich die Belegschaft auf über 400 erhöhen. Die Produktionsanlage sei entsprechend der internationalen Standards bezüglich Qualität, Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit konzipiert, betont der Konzern.

Laut IMS-Prognose könnte China bis 2018 zum zweitgrößten Pharmamarkt der Welt avancieren. Im 13. Fünfjahresplans der chinesischen Regierung stehen ehrgeizige Ziele. Für Merck sei China ein Haupwachstumstreiber und von strategischer Bedeutung, sagt Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. Insgesamt investiert China rund 250 Millionen Euro in die Gesundheitswertschöpfungskette.

Vom Importeur zum lokalen Branchenakteur

„Mit unserer neuen, hochmodernen Pharmaproduktionsstätte wandelt sich Merck in China von einem Import-basierten Unternehmen zu einem lokalen Branchenakteur“, sagte Marc Horn, Leiter des Biopharma-Geschäfts von Merck in China.

Branchenexperten zufolge ist China aktuell zunehmend gefordert, die in der Entwicklung und Herstellung von Gesundheitsprodukten involvierten Technologien und Prozesse auszubauen, um bei Produktivität, Wirksamkeit und Sicherheit wettbewerbsfähig zu bleiben. Als führender Innovator der Pharma- und Biotechnologiebranche will sich das Life-Science-Geschäft von Merck aktiv an der Weiterentwicklung Chinas zu einer innovationsbasierten Wirtschaftsnation beteiligen.

Merck hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich in China investiert, um seine Stellung in diesem Land weiter auszubauen. Neben den heute bekannt gegebenen Investitionen zählten hierzu auch maßgebliche Projekte von Performance Materials, dem dritten Unternehmensbereich von Merck, wie 2013 das Liquid Crystal Center China mit einem Investitionsvolumen von über 30 Mio € und 2015 das Forschungs- und Entwicklungslabor für Displaymaterialien in Schanghai für über 5 Mio €.

2015 betrug der Anteil der Region Asien-Pazifik an den Umsatzerlösen des Konzerns 33% (4,2 Mrd €, Steigerung um 23% gegenüber 2014). Alle drei Unternehmensbereiche trugen mit ihren insgesamt über 3.100 Mitarbeitern positiv zum organischen Umsatzwachstum des Unternehmens in China bei.

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