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Signalwirkung für die Branche Covestro plant Zukunft mit Ökostrom

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Der Werkstoffhersteller Covestro will künftig einen erheblichen Teil seines Strombedarfs in Deutschland durch Windenergie aus der Nordsee decken. Dazu schloss das Unternehmen mit dem Energieanbieter Ørsted den bislang weltweit größten Industriekunden-Liefervertrag für Strom aus Offshore-Windkraftanlagen.

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Ab 2025 will Covestro Elektrizität aus einem neu errichteten Windpark in der Nordsee beziehen.
Ab 2025 will Covestro Elektrizität aus einem neu errichteten Windpark in der Nordsee beziehen.
(Bild: Covestro)

Leverkusen – Ab 2025 stellt Ørsted über zehn Jahre Ökostrom bereit, der aus einem neu errichteten Windpark vor der Insel Borkum stammen wird. Covestro will den im Windpark erzeugten Strom zur Versorgung seiner Produktionsstandorte in Deutschland nutzen. Die Vereinbarung, ein Corporate Power Purchase Agreement (PPA), hat eine Kapazität von hundert Megawatt – genug, um 300.000 Menschen mit Strom zu versorgen.

Es handele sich um den ersten großen Industriekunden-Liefervertrag für Ökostrom aus Neuanlagen in Deutschland, so das Unternehmen. Auch für die chemische Industrie in Europa sei es ein beispielloser Schritt. „Mit dem Bezug von Grünstrom untermauern wir unsere umfassende Nachhaltigkeitsstrategie und rüsten uns für den zu erwartenden Anstieg der Energiepreise und CO2-Kosten“, sagt der Covestro-Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann. Das Unternehmen geht davon aus, dass es damit auch wichtige Impulse und Motivation für eine nachhaltige Industrieproduktion an seine Kunden und die entsprechenden Wertschöpfungsketten weitergeben könne.

„Gleichzeitig erhoffen wir uns von der Kooperation mit Ørsted auch Anstöße für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland“, fügte Steilemann hinzu. Ohne grünen Strom könne die Chemiebranche, aber auch die Industrie insgesamt nicht ihren Beitrag leisten, damit Deutschland wie im Klimaschutzplan festgelegt bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend treibhausgasneutral wird.

Der Vertragsabschluss für ein Corporate PPA sei ein Beweis dafür, dass die deutsche Offshore-Windindustrie eine zuverlässige Quelle von grünem Strom ist und die Mengen liefern kann, die die stromintensive Industrie benötigt, so Martin Neubert, Executive Vice President und CEO von Ørsted Offshore.

Der Ökostrom für Covestro wird aus dem Windpark „Borkum Riffgrund 3“ kommen, den Orsted in den nächsten Jahren in der Nordsee errichtet. Er soll eine installierte Gesamtkapazität von 900 Megawatt haben und ohne öffentliche Förderung realisiert werden. Das dänische Unternehmen unterhält bereits zwei Offshore-Windparks vor Borkum.

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