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Coronavirus-Pandemie Covestro einigt sich auf solidarische Maßnahmen und will Kreislaufwirtschaft vorantreiben

| Redakteur: Alexander Stark

Angesichts der großen wirtschaftlichen Herausforderungen der globalen Coronavirus-Pandemie wollen Vorstand, Aufsichtsrat und Beschäftigte von Covestro gemeinsam einen solidarischen Beitrag leisten, um das Unternehmen für das aktuelle Umfeld zu wappnen.

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Trotz der aktuellen Maßnahmen zur Kostenreduktion will Covestro-Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann die strategischen Fokusthemen Nachhaltigkeit und Innovation weiter vorantreiben.
Trotz der aktuellen Maßnahmen zur Kostenreduktion will Covestro-Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann die strategischen Fokusthemen Nachhaltigkeit und Innovation weiter vorantreiben.
(Bild: Covestro)

Leverkusen – Für die deutschen Standorte haben sich Vorstand und Arbeitnehmervertretungen von Covestro auf ein Modell zur Arbeitszeitreduzierung bei gleichzeitiger Anpassung des Entgelts für alle Beschäftigen geeinigt. Die internationalen Landesgesellschaften des Unternehmen werden individuelle Maßnahmen zur Kostenreduktion landesspezifisch umsetzen.

Die Entgeltreduzierung soll über die Gehaltsstufen hinweg prozentual ansteigen. Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens beteiligen sich mit einem Gehaltsverzicht von 15 %, und damit einem höheren prozentualen Anteil als alle anderen Mitarbeitenden. Die Maßnahmen sind für einen Zeitraum von sechs Monaten beginnend ab dem 1. Juni 2020 geplant und sollen einen zusätzlichen Beitrag zu den bereits geplanten Kosteneinsparungen leisten.

Trotz der aktuellen Maßnahmen zur Kostenreduktion will der Konzern seine strategischen Fokusthemen Nachhaltigkeit und Innovation weiter konsequent vorantreiben. Dabei stehe insbesondere die Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft zur größtmöglichen Abkehr von fossilen Ressourcen im Fokus.

Im Einzelnen hat das Unternehmen vor, seine Produktionsanlagen weltweit auf die Nutzung von alternativen Rohstoffen und erneuerbarer Energie umzustellen. Zudem wird in über 20 Projekten an neuen Wegen für mehr und besseres Recycling geforscht. Am Ende könnte Covestro nicht nur Produzent und Lösungsanbieter, sondern zusätzlich auch innovativer Recycler sein. Die Produkte sollen zunehmend auf späteres Recycling zugeschnitten und noch stärker auf die UN-Nachhaltigkeitsziele ausgerichtet werden. Ferner will Covestro mit Partnern in allen Bereichen des Wertschöpfungskreislaufs kooperieren, um im allseitigen Interesse neue geschäftliche Chancen zu nutzen.

„Die Kreislaufwirtschaft wird die Welt insgesamt in eine nachhaltige Zukunft führen. Sie muss zum globalen Leitprinzip werden, um Klimaneutralität zu erreichen und die schwindenden Ressourcen unseres Planeten zu schützen“, betonte der Covestro-Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann am Dienstag vor internationalen Medien während einer Liveübertragung im Internet.

„Produzieren, konsumieren, wegwerfen – die Einmalnutzung führt in die Sackgasse, Wirtschaft und Gesellschaft müssen umdenken“, fügte der CEO hinzu. „Unsere Industrie und unser Unternehmen können und wollen diese Transformation unterstützen, zum Wohle unserer Kunden und aller anderen Stakeholder. Denn Kunststoffe sind praktisch überall im Einsatz und die Lösung für viele drängende Herausforderungen. Helfen, diese zu meistern, ist das große Anliegen von Covestro, um die Welt lebenswerter zu machen.“

Covestro hat 2019 ein strategisches Programm aufgelegt, um in einem ganzheitlichen Ansatz Zirkularität in allen Unternehmensbereichen zu verankern. Es wird nun sukzessive umgesetzt und mit konkreten und messbaren Zielen unterlegt. Im Fokus stehen vier Themen:

  • Alternative Rohstoffe: Biomasse, CO2 sowie Altmaterialien und Abfall ersetzen fossile Rohstoffe wie Erdöl; Kohlenstoff wird im Kreis geführt.
  • Innovatives Recycling: Energieeffiziente neue Technologien sorgen für vermehrtes und effektives Recycling von Altmaterialien und Abfall.
  • Gemeinsame Lösungen: Um die Kreislaufwirtschaft voranzubringen, verfolgt Covestro die branchenübergreifende Zusammenarbeit.
  • Erneuerbare Energien: Die Kreislaufwirtschaft ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn auch Strom aus alternativen Quellen genutzt wird.

Covestro bietet bereits seit längerem innovative Produkte auf Grundlage alternativer Rohstoffe an. Dazu zählen biobasierte Komponenten für Auto- und Möbellacke sowie mit CO2 hergestellte Werkstoffe, die etwa in Matratzen, Sportböden und Textilien eingesetzt werden. In der Forschung sieht Covestro großes Potential besonders im chemischen Recycling, der Rückverwandlung von Kunststoff in seine Moleküle und deren erneuter Nutzung.

Kunststoffabfall als nachhaltige Ressource

Ferner ist Covestro in zahlreichen Kooperationen aktiv, etwa um mithilfe der Blockchain-Technologie die Transparenz in den Lieferketten im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu erhöhen. Im Rahmen der Alliance to End Plastic Waste, einem weltweit aktiven Firmennetz, arbeitet Covestro zudem darauf hin, dass künftig keine gebrauchten Kunststoffe mehr unkontrolliert entsorgt werden. „Kunststoff darf nicht länger in die Umwelt gelangen“, betonte Vorstandschef Steilemann. „Kunststoffe sind viel zu wertvoll zum Wegwerfen und müssen als nachhaltige Ressource begriffen und genutzt werden.“

Neben alternativen Rohstoffen wie Altmaterialien, CO2 und Biomasse ist erneuerbare Energie nötig, um zu einer wirklich ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft zu gelangen. Covestro wird deshalb seine Produktion schrittweise darauf umstellen. In einem ersten großen Schritt wird das Unternehmen ab 2025 einen erheblichen Teil seines Stroms für die Werke in Deutschland aus einem Windpark in der Nordsee beziehen, den der dänische Energieversorger Ørsted errichtet.

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