Armaturen und Dichtungsmesse Diam Comeback der Armaturen: Darum wagt die DIAM noch 2021 den Neustart als Live-Event

Redakteur: Dominik Stephan

Armaturen-Messe plant für Oktober 2021 ein Comeback als Live-Event – Wieder hier im Revier – die Deutsche Industrie Armaturen Messe Diam kehrt 2021 nach einem Jahr Pause zurück an den Ort, wo alles seinen Ursprung nahm: in der Jahrhunderthalle Bochum. Das Klassentreffen der Armaturen wird so unverhofft zu einem der ersten Live-Events für die Prozessindustrie nach mehr als eineinhalb Jahren Zwangspause.

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Praxisnähe, Workshops und Fachvorträge sollen auch zukünftig Teil des Messekonzepts sein.
Praxisnähe, Workshops und Fachvorträge sollen auch zukünftig Teil des Messekonzepts sein.
(Bild: DIAM. © MicroOne - stock.adobe.com)

Zurück auf Normal: Nachdem 2021 sowohl Hannover Messe wie auch die Achema aus den Kalendern verschwanden, soll die Armaturen-Messe Diam am 6. und 7. Oktober zu einem der ersten Live-Treffen der Prozessindustrie werden. Ausgerechnet eine vergleichsweise regionale Spezialistenmesse wagt den Sprung ins kalte Wasser und verkündet selbstbewusst: „Bei uns stehen die Ampeln auf grün“. Mit Erfolg, wie es scheint: Drei Monate vor Veranstaltungsbeginn ist die Ausstellungsfläche fast ausgebucht.

Von der vielbeschworenen Messemüdigkeit hat die Armaturen- Branche scheinbar noch nichts gehört – und auch wirtschaftlich stehen die Zeichen für ein Comeback gut: So seien die deutschen Industriearmaturen-Hersteller, gestützt durch ein gutes Inlandsgeschäft, bisher glimpflich durch die Corona-Krise gekommen, erklärt der VDMA. Dank einer stabilen Inlandsnachfrage erzielte die Branche im Inland im vergangenen Jahr in allen Segmenten ein Umsatzplus.

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Armaturen-Expertise mit Konzentration auf den regionalen Markt

Und während die Absperrarmaturen-Absätze unter rückläufigen Auslandsabsätzen litten, konnten etwa Regel- sowie Sicherheits- und Überwachungsarmaturen sogar im Jahresvergleich leicht zulegen. Für das laufende Jahr erwartet der VDMA, dass wichtige Anwenderbranchen wie die Chemieindustrie und der Schiffbau sukzessive auf den Wachstumspfad zurückkehren können.

Gute Zeichen also für die Diam, die 2021 an den Ort zurückkehrt, an dem 2013 alles begann: Schon damals bewies die erste Messe in der denkmalgeschützten Jahrhunderthalle Bochum durch das rege Interesse der Aussteller und Messebesucher, dass damit ein Nerv der Branche getroffen wurde. Nicht zuletzt deshalb, weil die Veranstaltung sich von Anfang an auf den nationalen Markt konzentriert hat und Produkte und Firmen „Made in Germany“ in den Mittelpunkt stellt. 2017 wurde die Diam mit der Fachmesse für Dichtungstechnik DDM zusammengelegt, eine Verbindung, die seitdem Bestand hat.

Was bedeutet die Wasserstoff-Revolution für die Armaturen?

Ebenfalls schon Tradition beim Klassentreffen der Armaturenexperten im Revier: Ein kostenfreies Catering für die rund 1500 Fachbesucher sowie Workshops und Fachvorträge. Aufgrund des großen Erfolges auf der vorigen Diam will der Veranstalter das „Werkstatt“-Konzept mit praxisnahen Expertentipps für den Betriebsalltag fortsetzen. Natürlich finden sich auch Trend­themen, wie etwa die Herausforderungen, die Wasserstoff für Armaturen und Dichtungen bereit hält, im Ausstellungs- und Vortragsprogramm: Das leichte Gas, das als Schlüsseltechnologie der Energiewende gilt, stellt aufgrund seiner kleinen Molekülgröße erhebliche Anforderungen.

Termin: 6./7. Oktober 2021. Infos und Anmeldung: www.diam.de

Hochfeste Stähle können durch die Anlagerung atomaren Wasserstoffs verspröden. Auch ist das Gas extrem zündwillig und bei einem Mischverhältnis von 4 bis 77 Prozent H2 zu Luft explosionsfähig. Doch die Armaturen- und Dichtungshersteller haben die Herausforderung angenommen und präsentieren in Bochum maßgeschneiderte Lösungen für die Wasserstoffinfrastruktur.

Noch ein weiteres Jahr Pause gönnt sich die Diam an ihrem zweiten Veranstaltungsort: Die Leipziger Ausgabe der Messe, die sich in den vergangenen Jahren als Treffpunkt der Anwenderbranchen im ostdeutschen Chemiedreieck etabliert hatte, hat ihr Comeback für das Frühjahr 2023 angekündigt. Laut Veranstalterangaben will man so vermeiden, 2022 in Konkurrenz zur HMI und Achema zu geraten.

Wird die Diam zum Vorbild in der Messelandschaft?

Für Bochum sind Messeteam und Behörden weiter zuversichtlich, dass die Messe in diesem Oktober stattfinden wird. Nicht zuletzt ist der Termin nach den Sommerferien ein perfekt gewählter Zeitpunkt: Dass damit die Diam eine der ersten Präsenzveranstaltungen für die Prozessindustrie wird, nach mehr als eineinhalb Jahren Pause, macht sie zu einem ganz besonderen Highlight im Kalender. Das Bedürfnis nach fachlichem Austausch auf Augenhöhe sei jedenfalls riesig, heißt es aus Bochum. Und die letzten Ausstellerplätze würden jeden Tag knapper. dst

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