VCI-Prognos-Studie "Chemie 2030"

„Chemie 2030“: Wohin führt die Reise? – Das meinen die Chefs...

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Die angenommenen Szenarien der Studie basieren auf dem Aufstieg Chinas zum führenden Chemiegiganten. Momentan blicken alle nach China, sehen Sie eine weitere Nation mit ähnlichem Entwicklungspotenzial?

Dr. Klaus Engel: „Asien wird bis 2020 der am stärksten wachsende Wirtschaftsraum sein. Auch für Evonik bietet Asien Wachstumspotenzial: Bis 2015 werden wir hier zwei Milliarden Euro investieren und unseren Umsatz auf vier Milliarden Euro steigern. Die Studie geht davon aus: Neben China wird Indien in den kommenden Jahren Weltmarktanteile hinzugewinnen - zu Lasten von Westeuropa und Japan. In Indien wächst insbesondere der Pharmamarkt schneller als im weltweiten Durchschnitt. Unser Standort Mumbai hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem Eckpfeiler im globalen Geschäft mit Pharmapolymeren entwickelt.“

Ralf Brinkmann: „Der Zugang zu kostengünstigen Rohstoffen spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wir arbeiten beispielsweise in Saudi-Arabien in einem Joint Venture mit Saudi Aramco an einem Großprojekt, das einen Cracker und 26 Produktionsanlagen umfasst. Dort liegt im Hinblick auf leistungsfähige Wertschöpfungsketten enormes Zukunftspotenzial.“

Dr. Wilhelm Sittenthaler: „Mit einem Weltmarktanteil von 25 Prozent ist China schon heute vor USA und Japan die größte Chemienation der Welt. Diesen Vorsprung wird sich China auch in den nächsten Jahren nicht nehmen lassen. Andererseits gibt es eine Reihe von Schwellenländern, die heute zwar noch nicht in der ersten Liga spielen, aber nach Meinung von Marktexperten dort über kurz oder lang zu finden sein werden. Dazu gehören Länder wie Brasilien, Indien und die ASEAN-Staaten. Auch Südamerika und der afrikanische Kontinent werden in Zukunft eine wachsende Rolle in der Welt spielen. Wir tragen dieser Entwicklung mit dem Aufbau eigener Strukturen und Partnerschaften Rechnung.“

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