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Prozesswärme Bionorica nimmt Bosch-Kesselanlage für pflanzliche Arnzeimittel in Betrieb

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Bei Bionorica ist am Standort Neumarkt in der Oberpfalz eine neue Bosch-Dampfkesselanlage in Betrieb gegangen. Mit einer Gesamtleistung von zehn Tonnen Dampf pro Stunde decken die zwei Einflammrohrkessel den gestiegenen Prozesswärmebedarf für die Herstellung der pflanzlichen Arzneimittel ab. Die Prozesswärme in Form von Dampf dient u.a. für die Extraktion von pflanzlichen Rohstoffen, die Aufkonzentration, die Trocknung sowie die Aufbereitung von Reinigungsmitteln.

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Die Bosch-Dampfkesselanlage in Betrieb bei Bionorica
Die Bosch-Dampfkesselanlage in Betrieb bei Bionorica
(Bild: Bosch)

Neumarkt – Die modular aufgebaute Anlage erstreckt sich über zwei Ebenen im neuen Kesselhaus und erzielt durch die maximale Rückgewinnung prozessbedingter Abwärme einen Gesamtwirkungsgrad von über 100 % bezogen auf den Heizwert. Das Ingenieurbüro Farmbauer plante die neue Dampfversorgung. Besondere Herausforderung war die Realisierung des neuen Kesselhauses: Aufgrund der Gebäudesituation am Standort Neumarkt stand nur eine begrenzte Grundfläche für den Bau zur Verfügung. Doch in der Höhe war Raum verfügbar und so installierte der Anlagenbauer Petry die Module zur Wasseraufbereitung und die nachgeschalteten Abgaswärmetauscher auf einer zweiten Ebene, direkt unter dem Dach des Kesselhauses. Im Erdgeschoss fanden die beiden erdgasbefeuerten Dampfkessel vom Typ UL-S ihren Platz.

Um die anfallende Abgasabwärme aus der Dampferzeugung sinnvoll zu nutzen und damit den Brennstoffverbrauch möglichst niedrig zu halten, hat man sich für jeweils zwei Abgaswärmetauscher entschieden. Allein diese beiden Komponenten sparen im Verlauf von 10 Jahren über 800 000 Euro an Erdgaskosten ein. Dabei wird die Umwelt durch die Reduzierung von 21 t CO2-Emissionen entlastet, das entspricht einem Emissionsausstoß von mehr als 12.000 PKWs. Zur weiteren Effizienzsteigerung und Senkung der Abgasverluste sind die Kessel mit Verbrennungsregelungen ausgerüstet. Diese funktionieren ähnlich wie die Lambda-Regelung in einem PKW.

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Energieeffiziente Modultechnik

Mithilfe der abgestimmten Modultechnik lässt sich auch der Eigenverbrauch der Anlage reduzieren. Ein installierter Brüdenwärmetauscher nutzt die Wärmeenergie aus dem Brüdendampf, um Zusatzwasser für die thermische Entgasung zu erwärmen. Für den Entgasungsprozess fiel die Entscheidung auf das Wasserservicemodul WSM. Das Modul erhitzt das Zusatzwasser und mit zunehmender Temperatur entweichen die Korrosion verursachenden Gase (Sauerstoff und Kohlendioxid) aus dem System. Dabei tritt auch Wasserdampf, der sogenannte Brüdendampf, aus. Eine weitere wesentliche Einsparung wird mit der Kondensatrückgewinnung realisiert. Hat der Prozessdampf in der Produktion einen Großteil seiner Energie abgegeben, fällt er als Kondensat an. Dieses enthält noch beachtliche Restwärme und kann anstatt kaltem Frischwasser eingesetzt werden. Das senkt den Brennstoff- und Wasserbedarf erheblich.

Weitere Einrichtungen wie die Bosch-Steuerungen komplettieren das Gesamtsystem. Sie steuern automatisiert sämtliche Vorgänge von der Absalzung über die Kondensattechnologie bis hin zum adaptiven Wechsel von Führungs- und Folgekessel. Bionorica profitiert von einer verbesserten Betriebsweise dank des hohen Automatisierungsgrades und der optimalen Abstimmung aller Komponenten. Darüber hinaus spart das Unternehmen durch die intensiven Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung große Mengen an Brennstoff und Emissionen ein.

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