Schwarzheide (dpa/bb) *17:44 Uhr – Mehr grüner Strom: BASF in Schwarzheide nimmt Solarpark in Betrieb
Auf dem Weg zu mehr Versorgung mit grünem Strom ist der Chemiekonzern BASF am Standort Schwarzheide einen Schritt weiter. Am Donnerstag wurde dort ein gemeinsamer Solarpark des Unternehmens und des ostdeutschen Energieversorgers Envia-M in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von 24 Hektar wurden innerhalb eines halben Jahres ein Solarpark mit rund 52.000 Photovoltaikmodulen sowie ein Umspannwerk errichtet, wie die BASF am Donnerstag weiter mitteilte. Künftig soll von dort grüner Strom für den Lausitzer Produktionsstandort geliefert werden. Vor allem die Anlage zur Herstellung von Kathodenmaterialien für die Batterieproduktion soll vom Solarstrom profitieren. Sie ist derzeit im Bau.
Der Solarpark soll im Jahresmittel etwa zehn Prozent des heutigen Strombedarfs des Produktionsstandorts decken können. Die Investitionssumme für den Solarpark und das dazugehörige Umspannwerk beläuft sich den Angaben zufolge auf rund 13 Millionen Euro. Das Projekt wurde ohne öffentliche Förderung umgesetzt. Mit einer erwarteten Stromproduktion von 25 Gigawattstunden pro Jahr ist die Anlage nach Unternehmensangaben damit weltweit das erste größere Solarkraftwerk, das BASF mit einem Partner realisiert.
Das Unternehmen setzt auf Nachhaltigkeit und will nach eigenen Angaben mit dem Umbau der Energieversorgung einer der ersten CO2-neutralen Produktionsstandorte der BASF werden.
In einem nächsten Schritt sollen nach BASF-Angaben stationäre Batteriespeicher getestet werden, um die Sonnenenergie zu speichern. Auch der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch des Produktionsstandorts soll ausgebaut werden.
Mainz (dpa) *10:41 Uhr – Biontech will angepassten Corona-Impfstoff in Kürze ausliefern
Biontech will seinen an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoff innerhalb weniger Tage nach der in Kürze erwarteten Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA ausliefern. «Wir können sehr zeitnah ausliefern, hoffentlich ab Anfang September», sagte Unternehmenschef Ugur Sahin dem «Spiegel».
Die EMA hatte kürzlich mitgeteilt, dass der zuständige Ausschuss am 1. September über die Anträge von Biontech/Pfizer und des US-Unternehmens Moderna auf Zulassung ihrer auf den Subtyp BA.1 angepassten Impfstoff entscheiden will.
In Deutschland spielt diese Variante mittlerweile keine Rolle mehr. Die Hoffnung ist, dass dieser Impfstoff auch gegen die aktuell kursierenden Varianten besser wirkt. Die EMA prüft derzeit zudem einen auf die aktuellen Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepassten Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens und seines US-Partners Pfizer. Biontech reiche gerade bei der EMA die letzten Dokumente ein, sagte Sahin dem «Spiegel»: «Dann kann es auch hier schnell gehen.»
Der Arzneihersteller Stada ist im ersten Halbjahr kräftig gewachsen. Dabei profitierte das Unternehmen auch von einem starken Kurs des russischen Rubels trotz des Ukraine-Kriegs, der das wichtige Geschäft der Hessen in Russland stützte.
In den ersten sechs Monaten des Jahres steigerte Stada den Umsatz um 17 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 1,76 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Bad Vilbel mitteilte. Unterm Strich wuchs der Gewinn auf 169 Millionen Euro nach 111 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2021. Das Russland-Geschäft, das rund 15 Prozent des Umsatzes bei Stada ausmacht, habe sich «im Großen und Ganzen» wie der Konzern insgesamt entwickelt, sagte ein Unternehmenssprecher.
Stada beschäftigt in Russland etwa ein Sechstel der weltweiten Belegschaft von rund 12.500 Menschen (Stand Ende 2021). Der Konzern hatte sich trotz des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nicht aus Russland zurückgezogen und das mit der Arzneimittelversorgung der Menschen begründet. Eine Fabrik in Kiew hat Stada unterdessen wieder in Betrieb genommen, wie es weiter hieß.
Besonders stark stieg im ersten Halbjahr der Umsatz mit rezeptfreien Medikamenten, darunter das Erkältungsmittel Grippostad. Dabei profitierte Stada von Arzneien, die die Hessen vom französischen Sanofi-Konzern übernommen hatten. Aber auch das Geschäft mit Nachahmerarzneien und Spezialpharmazeutika etwa gegen Parkinson legte zu.
Stand: 08.12.2025
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Stada zählt zu den größten Anbietern bei rezeptfreien Arzneien und Nachahmermitteln in Europa. Mit den Finanzinvestoren Bain und Cinven im Rücken, die Stada 2017 übernommen hatten, hat das Unternehmen viel Geld für Zukäufe ausgegeben und dafür hohe Schulden in Kauf genommen.
Mannheim (dpa) *08:05 Uhr – Mannheimer Feuerwehr rechnet nach Chemieunfall mit langem Einsatz
Die Mannheimer Feuerwehr rechnet nach dem Chemieunfall im Hafen auch weiterhin nicht mit einem schnellen Ende des komplizierten Einsatzes. Er werde noch einige Stunden dauern, «wenn nicht Tage», sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagmorgen.
Es treten laut Feuerwehr keine Gefahrstoffe aus, nach Angaben der Stadt Mannheim von Mittwochabend ist die Lage stabil. Der defekte Seecontainer werde weiter gekühlt, um die gefährliche Reaktion in seinem Inneren zu kontrollieren.
Durch Selbstentzündung einer Substanz in dem Überseecontainer war am Dienstag ein Chemieunfall ausgelöst worden. Dabei waren 17 Menschen verletzt worden. Bei der ausgetretenen Chemikalie handelt es sich nach Angaben der BASF Ludwigshafen um ein leicht reaktives, schon sehr altes Bleichmittel für Textilien. In dem für die Türkei gedachten Container sind demnach rund 220 Fässer mit 22 Tonnen Hydrosulfit gelagert. Bei dessen Selbstzersetzung werden Schwefeldioxid und andere Schwefelsalze freigesetzt.