Newsticker August: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Bestandsgarantie für PCK-Raffinerie Schwedt

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12.08.2022

Moskau (dpa) *22:30 Uhr – Rosneft warnt vor steigenden Treibstoffpreisen in Deutschland

Der russische Ölkonzern Rosneft malt die Zukunft seiner Raffinerie Schwedt in Brandenburg äußerst schwarz wegen des kommenden Importstopps für Öl aus Russland. Wenn die Raffinerie PCK nicht mehr über die Pipeline Druschba (Freundschaft) beliefert werde, sondern über andere Wege, sei sie nur noch zur Hälfte ausgelastet. Das teilte der größte russische Ölkonzern nach einer Meldung der Agentur Interfax am Freitagabend in Moskau mit.

Dies werde zu Einbußen von bis zu 300 Millionen Euro im Jahr führen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Steuerzahlungen in die deutsche Staatskasse. Zu erwarten seien auch steigende Benzin- und Treibstoffpreise in ganz Deutschland. Rosneft erprobe zwar alternative Lieferwege. Aber das per Tanker nach Rostock gebrachte Öl aus den USA sei um 30 Prozent teurer als das Pipeline-Öl, hieß es.

Warschau (dpa) *16:54 Uhr – Polens Regierung: Wohl große Mengen von Chemieabfällen in der Oder

Das Fischsterben in der Oder ist nach Aussage von Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki offenbar durch die Einleitung von Chemie-Abfällen ausgelöst worden. «Es ist wahrscheinlich, dass eine riesige Menge an chemischen Abfällen in den Fluss gekippt wurde, und das in voller Kenntnis der Risiken und Folgen», sagte Morawiecki in einer am Freitag auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft.

Morawiecki betonte, alle zuständigen Behörden seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Jeden Tag werde Wasser aus dem Fluss entnommen, auch das Veterinäramt und die Gesundheitsbehörde seien mit einbezogen. «Die wichtigste Aufgabe ist es aber jetzt, den Täter, den Giftmischer zu finden.» Dies sei kein gewöhnliches Verbrechen, da der Schaden auf Jahre bleiben könne, so Polens Regierungschef weiter. «Wir werden nicht ruhen, bis die Schuldigen hart bestraft sind.»

Das Fischsterben in der Oder beunruhigt seit Tagen die Menschen, die in Polen und Deutschland an dem Fluss leben. Tausende tote Fische wurden entdeckt, ein Teil davon auf Höhe der Stadt Frankfurt (Oder) und umliegender Orte. Nach Angaben der polnischen Wasserbehörde sind zehn Tonnen verendeter Fisch geborgen worden. «Man möchte vor Wut nur schreien», schrieb Morawiecki auf Facebook. Allerdings gibt es in Polen wie in Deutschland viel Kritik am Umgang seiner Regierung und der polnischen Behörden mit der Situation.

Die Ursache des Fischsterbens ist noch ungeklärt. Nach Aussage von Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) wurde in Deutschland ein erhöhter Quecksilbergehalt in Wasserproben festgestellt. Allerdings sei nicht klar, ob das Quecksilber für das Massensterben der Fische verantwortlich ist.

Schwedt (dpa/bb) *15:43 Uhr – Neuer PCK-Eigentümer: Sind bereit für Job- und Standortgarantien

Der neue Eigentümer der PCK-Raffinerie in Schwedt, die Gruppe Alcmene, hat sich zur Zukunft des Standorts und den 1200 Beschäftigten im Kerngeschäft bekannt. «Alcmene ist bereit, Job- und Standortgarantien zu geben, da wir die PCK als langfristiges Investment sehen, die die besten Tage noch vor sich hat», sagte Alcmene-Geschäftsführer Raul Riefler der «Märkischen Oderzeitung». «Die PCK ist eine der besten Raffinerien in Deutschland und es wäre inakzeptabel, wenn sie ein Opfer der Kurzsichtigkeit anderer wird.»

An erster Stelle stehe nun die Lösung der Öllieferungen, «um den Betrieb der Raffinerie auch diesen Winter sicherzustellen und Deutschland – speziell Berlin und Brandenburg – Energiesicherheit zu gewährleisten», sagte Riefler.

Gleichwohl plane das zur estnischen Liwathon-Gruppe gehörende Unternehmen eine deutliche Reduktion des CO2-Ausstoßes. «Wir sind uns auch bewusst, dass eine grüne Transition nicht innerhalb von Tagen, Wochen oder Monaten vollzogen werden kann, wie es andere Mitbewerber formulieren, sondern Jahre dauert.»

Leverkusen/Ludwigshafen (dpa) *13:31 Uhr – Bayer erringt Erfolg im Streit mit BASF um Saatgutgeschäft

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Bayer hat in einem Streit mit der BASF im Zusammenhang mit dem Verkauf des Saatgutgeschäfts einen Erfolg erzielt. Wie die Leverkusener am Freitag mitteilten, hat das Schiedsgericht die Klage abgewiesen. Ein BASF-Sprecher in Ludwigshafen bestätigte dies und sagte: «Wir sind enttäuscht, dass das Schiedsgericht unseren Argumenten nicht gefolgt ist.» Für Bayer bedeutet das eine Entlastung, denn im schlimmsten Fall hätte eine Milliardenbelastung den Gewinn gedrückt.

Der Pharma- und Chemiekonzern hatte 2017 und 2018 große Teile seines Geschäfts mit Saatgut- und Unkrautvernichtungsmitteln an den heimischen Rivalen BASF für 7,4 Milliarden Euro verkauft. Damit sollten die Bedenken der Wettbewerbshüter hinsichtlich einer zu großen Marktmacht durch die mehr als 60 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto ausgeräumt werden.

BASF hatte 2019 eine Schiedsklage angestrengt und dabei Schadenersatz von Bayer gefordert, da angeblich bestimmte Kostenpositionen, insbesondere Personalkosten, nicht hinreichend offengelegt und einigen der veräußerten Geschäftsbereiche nicht in angemessener Weise zugerechnet worden seien. Bayer hatte das bestritten.

Dem Vernehmen nach forderte BASF 1,7 Milliarden Euro plus Zinsen. Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan geht davon aus, dass Bayer dafür Eventualverbindlichkeiten von 1,5 Milliarden Euro angesetzt hat. Das wären dann etwa drei Prozent des Börsenwertes. Genau ist das der Bilanz des Konzerns nicht zu entnehmen. Die Position dürfte in den im Geschäftsbericht 2021 ausgewiesenen sonstigen Eventualverbindlichkeiten von insgesamt rund drei Milliarden Euro stecken.

Mainz (dpa/lrs) *04:00 Uhr – Unternehmerverband verlangt gute Anbindung an Wasserstoff-Pipeline

Rheinland-Pfalz braucht nach Ansicht von Unternehmerpräsident Johannes Heger dringend eine Anbindung an ein «vernünftiges Wasserstoff-Pipeline-System». Für ein Bundesland mit überproportional viel Industrie in Chemie und Maschinenbau wie Rheinland-Pfalz müssten die Standortbedingungen in Sachen Wasserstoff verbessert werden, sagte der Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) der Deutschen Presse-Agentur. Das fange mit einer großen Wasserstoff-Pipeline an, die sich in den kommenden Jahren dann in kleinere Einheiten verästeln könne.

Wo der Wasserstoff letztlich in die Pipeline eingespeist werde, bliebe von Fall zu Fall abzuwarten. Das könne etwa in Norddeutschland sein, wo derzeit große Elektrolyseure entstünden - also Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff mit Hilfe von Strom. Das könne auch über Flüssiggas-Terminals in großen Häfen etwa in Belgien geschehen. Der Wasserstoff könne auch aus Nordafrika via Frankreich und Saarland nach Rheinland-Pfalz gelangen. «Wichtig ist: Wir müssen von Anfang an dabei sein. Es geht am Ende immer um Standortvorteile für unser Bundesland», betonte er.

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