Grüner Strom für Chemiestandort BASF und RWE planen 2-GW-Offshore-Windpark

Redakteur: Alexander Stark

Ein zusätzlicher Offshore-Windpark mit einer Leistung von zwei Gigawatt (GW) soll den Chemiestandort Ludwigshafen mit grünem Strom versorgen und zur CO2-freien Herstellung von Wasserstoff dienen. Eine entsprechende Projektidee haben Dr. Martin Brudermüller (BASF) und Dr. Markus Krebber (RWE) nun vorgestellt.

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Die Vorstandsvorsitzenden von RWE und BASF, Dr. Markus Krebber und Dr. Martin Brudermüller, unterzeichnen eine Absichtserklärung zur Kooperation für den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für erneuerbaren Strom und zur Nutzung innovativer Technologien für den Klimaschutz.
Die Vorstandsvorsitzenden von RWE und BASF, Dr. Markus Krebber und Dr. Martin Brudermüller, unterzeichnen eine Absichtserklärung zur Kooperation für den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für erneuerbaren Strom und zur Nutzung innovativer Technologien für den Klimaschutz.
(Bild: BASF)

Ludwigshafen – Vor kurzem hat BASF mit weiteren Partnern Pläne für den ersten elektrisch beheizten Steamcracker-Ofen vorgestellt. Um dieses Vorhaben und weitere Pläne zur CO2-Reduktion voranzutreiben, haben die Vorstandsvorsitzenden von BASF und RWE eine Absichtserklärung über eine weitreichende Kooperation für den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für erneuerbaren Strom und zur Nutzung innovativer Technologien für den Klimaschutz unterzeichnet.

„Wir wollen gemeinsam den Weg zu einer CO2-neutralen Chemieindustrie durch Elektrifizierung und den Einsatz von CO2-freiem Wasserstoff beschleunigen“, erklärten Brudermüller und Krebber. Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, hob hervor: „Hier machen zwei starke Partner klimagerechte Transformation und Energiewende konkret und greifbar. Wir stehen hinter diesem Großprojekt, weil es ein Symbol sein kann für die Innovationskraft der Industrie und ihrer Beschäftigten. Sie arbeiten vielerorts mit viel Herzblut und großer Kompetenz daran, den Wandel zu gestalten. Dabei verdienen sie jede nur mögliche Unterstützung.“

Mit dem Vorhaben könnten etwa 3,8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden werden, bis zu 2,8 Millionen Tonnen davon direkt bei BASF in Ludwigshafen. Es soll zudem zeigen, wie Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit in der Chemieindustrie in Einklang gebracht werden können. Eine finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand für den Bau des Windparks wäre nicht erforderlich.

Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands der BASF, betonte, dass ohne ausreichende Mengen an Strom aus erneuerbaren Quellen zu wettbewerbsfähigen Preisen die Transformation nicht gelingen könne. Diese Aufgabe sei nur durch eine neuartige und intensive Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie zu meistern. Und sie brauche die Zusammenarbeit über Wertschöpfungsketten hinweg.

Markus Krebber, CEO von RWE, erläuterte: „Einen neuen Offshore-Windpark schon bei der Planung an einen industriellen Abnehmer wie BASF zu koppeln, der auf dieser Basis seine Produktion auf grünen Strom und Wasserstoff umstellt, wäre für Deutschland ein Novum. Eine Realisierung unseres Vorschlags wäre eine echte Beschleunigung des Ausbaus Erneuerbarer Energien. Natürlich sind noch einige Fragen offen, aber wir wollen das vorantreiben: je schneller, desto besser. So gestalten wir die Energiewende.“

Voraussetzung für die Realisierung des Vorhabens sei ein entsprechender Regulierungsrahmen, teilte BASF mit. Die Politik habe angekündigt, die Ausbauziele für Erneuerbare Energien deutlich anzuheben und den Zubau zu beschleunigen. Dafür müssten Flächen für Offshore-Projekte ausgeschrieben werden, deren Nutzung nach heutiger Planung erst nach 2030 vorgesehen ist. Die Unternehmen regen an, diese Flächen gezielt für Ausschreibungen zu nutzen, die auf industrielle Transformationsprozesse fokussieren. Zudem solle der grüne Strom von der EEG-Umlage entlastet werden. Auch fehle derzeit noch der regulatorische Rahmen für die CO2-freie Wasserstoffproduktion.

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