Newsticker Juli: Aktuelles aus der ProzessindustrieBanken fordern Russland-Geld von Linde/Aus Siemens Energy wird Omterra
Aktualisiert am 13.07.2026
Quelle: dpa
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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.
Frankfurt/Main (dpa) - *16:01 Uhr – Banken wollen Russland-Garantien von Linde zurück
Vor dem Frankfurter Landgericht hat ein erster Prozess um millionenschwere Zahlungen im Zusammenhang mit einem gescheiterten Gasprojekt in Russland begonnen. Die Deutsche Bank fordert vom Industriegaskonzern Linde rund 260 Millionen Euro, die als Garantieauszahlung an die Gazprom-Beteiligung RCA geflossen sind. Laut einem Bericht des «Handelsblatt» sind Klagen weiterer Garantiebanken gegen Linde in Höhe von gut 550 Millionen Euro in München anhängig. Hintergrund ist das geplatzte Großprojekt einer Gasverarbeitungsanlage bei St. Petersburg, das Linde und RCA gemeinsam umsetzen wollten. Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges stoppte Linde das Projekt, um westliche Sanktionen nicht zu verletzen. Eine Vorauszahlung von 1,2 Milliarden US-Dollar zahlte der Konzern aber nicht zurück, sodass sich die Russen bei den Bürgschaftsbanken schadlos hielten und nach Prozessen in Russland entsprechende Beträge beschlagnahmten.
Laut einer Aufstellung des «Handelsblatts» geht es insgesamt um 1,11 Milliarden Euro Verlust bei den fünf Bürgschaftsbanken Hypovereinsbank, BayernLB, Deutsche Bank, Commerzbank und LBBW. In der Verhandlung ließ die Vorsitzende Richterin die vorläufige Einschätzung erkennen, dass die Bank ihrer Ansicht nach nicht für das Risiko einstehen müsse. Ein Sprecher des Kreditinstituts begrüßte die Ausführungen, wollte sich darüber hinaus aber nicht weiter zu dem laufenden Verfahren äußern. Das Gericht vertagte sich nach der Anhörung auf den 20. Oktober. Gegen ein Urteil wäre Berufung möglich (Az. LG Frankfurt 2-12 O 29/25).
Linde sieht sich weiterhin im Recht: Es gehe um grundlegende Fragen des europäischen Sanktionsrechts, die viele europäische Unternehmen beträfen, die in Russland Unrecht erfahren hätten. Es gehe darum zu klären, wie EU-Sanktionen praktisch angewandt werden und wer die Risiken trägt. Ein Sprecher erklärt schriftlich: «Linde hat sich zu jeder Zeit an die europäischen Sanktionen gehalten. Wir glauben weiterhin, dass die Deutsche Bank ihre rechtlichen und vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt hat - letztlich zum Nachteil von Linde.»
München (dpa) - *15:01 Uhr – Siemens Energy bekommt einen neuen Namen
München (dpa) - Siemens Energy heißt künftig Omterra. Noch im laufenden Jahr soll der Namenswechsel beginnen und schrittweise umgesetzt werden, heißt es vom Konzern. Die Übergangsphase soll etwa eineinhalb Jahre dauern. Mit dem Namenswechsel kappt Energy eine der letzten Verbindungen zur ehemaligen Mutter Siemens. Mit Omterra entscheide man sich «bewusst für eine eigenständige, international anschlussfähige Marke», heißt es. Der neue Name ist ein reines Kunstwort. Das ist in solchen Fällen aus markenrechtlichen Gründen der übliche Weg.
Mit dem Kunstbegriff ist der Münchner Konzern dabei nicht allein: In den vergangenen Jahren haben sich Mitarbeiter und Anleger schon an viele neue und teilweise exotisch klingende Namen gewöhnen müssen: Etwa von Traton als Nutzfahrzeugsparte des VW-Konzerns über Ceconomy als Mutter von Saturn und Mediamarkt oder Aumovio und Vitesco als abgespaltene Geschäftsteile von Continental.
Bremen (ots) - *09:31 Uhr – Stein Ingenieure GmbH wird Teil von Sweco
Im Rahmen seiner langfristigen Wachstumsstrategie hat Sweco Deutschland den Erwerb der Stein Ingenieure GmbH vereinbart. Mit dem Zusammenschluss baut Sweco seine Expertise in der Sanierung von Abwasserinfrastrukturen und Kanalsystemen gezielt aus und reagiert damit auf die steigenden Anforderungen eines zukunftsrelevanten Marktes.
Die Stein Ingenieure GmbH verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Planung und Realisierung anspruchsvoller Wasser- und Abwasserinfrastrukturprojekte. Zu den fachlichen Schwerpunkten zählen die Kanalsanierung sowie die Abwasser- und Trinkwasserinfrastruktur, ergänzt durch Kompetenzen in Statik, Rohrvortrieb und Bauwerksprüfung. Das Leistungsspektrum reicht von der strategischen Konzeptentwicklung über Planung und Ausschreibung bis hin zur Bauüberwachung. Diese Kompetenzen ergänzen das bestehende Leistungsportfolio von Sweco ideal.
13.07.2026
Ludwigshafen (dpa/lrs) - *19:43 Uhr – BASF sucht Ursache für Einschränkung an Kläranlage
In der Kläranlage des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen ist derzeit nach Unternehmensangaben die sogenannte Nitrifikationsleistung eingeschränkt. Das Problem bestehe seit dem 9. Juli, die Ursache sei bislang unbekannt, teilte das Unternehmen mit. Folge sei ein erhöhter Ammoniumstickstoff-Wert im Abwasser des Rheins. Ein Expertenteam des Unternehmens arbeite an einer Lösung. Eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen bestehe durch die aktuell gemessene Konzentration nicht, so BASF. Eine Gefährdung tierischer Organismen im Rhein könne jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Stand: 08.12.2025
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Unter Nitrifikation versteht man den Angaben zufolge den mehrstufigen biologischen Abbau von Ammonium zu Stickstoff. Ammonium ist demnach eine anorganische Stickstoffverbindung. Die Reduzierung von Ammoniumstickstoff in Kläranlagen diene dem Schutz von Gewässern, da Ammoniumstickstoff zur Überdüngung beitrage. Die zuständigen Behörden seien informiert. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium habe vorsorglich entsprechende Informationen an die Rheinanlieger herausgegeben.
Brüssel (dpa) - *14:11 Uhr – EU-Staaten können Düngemittel-Preise abfedern
Landwirte in der EU können wegen der gestiegenen Düngemittelpreise mehr EU-Geld vorgestreckt bekommen. Die Agrarminister der EU-Staaten gaben in Brüssel das finale grüne Licht für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission aus dem Juni. Vergangene Woche hatte das Europaparlament bereits im Eilverfahren zugestimmt. Die Verordnung wird bald im Amtsblatt der EU veröffentlicht und tritt am Tag danach in Kraft.
Die EU-Staaten können demnach die Vorauszahlungen auf Direktzahlungen an aktive Landwirte erhöhen und in diesem Jahr schon früher zahlen.
Sie können zudem flexibler bestimmen, wie sie ihre Budgets für Direktzahlungen im kommenden Jahr gestalten. Die Mitgliedstaaten können betroffene Landwirte außerdem besonders unterstützen, um einen Teil der zusätzlichen Kosten für Düngemittel abzufedern. Zuschüsse von bis zu 80 Prozent der zusätzlichen Kosten sind möglich.
Seoul (dpa) - *08:35 Uhr – Südkoreas Aktienmarkt bricht deutlich ein
Südkoreas Aktienmarkt ist mit einem deutlichen Minus in die Handelswoche gestartet. So ist der Leitindex Kospi bis eine halbe Stunde vor Handelsschluss um knapp acht Prozent eingebrochen. Samsung Electronics, das nach Marktkapitalisierung größte börsennotierte Unternehmen des Landes, sank zum selben Zeitpunkt um über zehn Prozent. Am drastischsten ist der Kurs des Chip-Produzent SK Hynix gefallen.
Nachdem der Marktführer bei sogenannten HBM-Speicherchips (High Bandwidth Memory) noch am Freitag in einer Erstnotiz an der US-Börse Nasdaq 26,5 Milliarden Dollar einsammeln konnte, lag der Kurs von SK Hynix am Montag um über 13 Prozent im Minus. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank um rund 1,9 Prozent. Der chinesische CSI 300, der die führenden Unternehmen des Landes abbildet, fiel um 1,4 Prozent. Der Hang Seng in Hongkong hingegen stieg leicht um 0,2 Prozent.
Die Kurseinbrüche haben auch mit den jüngsten Angriffswellen der USA auf den Iran sowie wieder deutlich steigenden Ölpreisen zu tun. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im September liegt derzeit bei 79,5 Dollar, ein Anstieg von rund 4,5 Prozent im Vergleich zum letzten Handelstag. Im Falle SK Hynix spielt laut Analysten zudem eine technische Kurskorrektur eine erhebliche Rolle: Nachdem sich der Aktienkurs des Chip-Produzenten in diesem Jahr bis Ende Juni mehr als vervierfacht hatte, nehmen nun Investoren vermehrt ihre Profite mit.
Südkoreas Leitindex Kospi war mit einer fulminanten Rekordjagd bis Mitte Juni zum Sinnbild der KI-Rally geworden. Seither verlor er aber wieder etwas mehr als ein Viertel. Trotz des Einbruchs seit dem Rekordhoch liegt der Kospi im laufenden Jahr noch über 60 Prozent im Plus. Insgesamt ist der Kospi jedoch äußerst volatil. Sowohl Kursanstiege als auch -einbrüche sind beim südkoreanischen Index extrem ausgeprägt. Das hat zum einen mit der Fokussierung auf wenige Großunternehmen zu tun, vor allem die Chip-Produzenten Samsung Electronics und SK Hynix. Zum anderen ist der südkoreanische Aktienmarkt stark von internationalen Investoren geprägt, die in Phasen erhöhter Unsicherheit vergleichsweise rasch Kapital aus dem von MSCI als Schwellenmarkt eingestuften Markt abziehen.
London (dpa) - *08:25 Uhr – Ölpreise ziehen deutlich an
Die Ölpreise haben am Montag nach einer weiteren Angriffswelle des US-Militärs deutlich zugelegt. Ein Barrel (159
Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im September legte im frühen Handel zuletzt um 4,46 Prozent auf 79,40 Dollar zu. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten. Die Angriffswelle sei vorbei und habe Dutzende Zielobjekte mit Präzisionsmunition getroffen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom am frühen Morgen deutscher Zeit auf der Online-Plattform X mit. Die Straße von Hormus habe essenzielle Bedeutung für den weltweiten Handel und werde nicht vom Iran kontrolliert, betonte Centcom. Die US-Streitkräfte stünden bereit, um die Freiheit des zivilen Schiffsverkehrs zu verteidigen - auch gegen «die ungerechtfertigte Aggression des Irans, seine Schikane, Drohungen und willkürlichen Verlautbarungen».
Der Iran hatte am Sonntag erklärt, die Meerenge werde «bis auf Weiteres» geschlossen, während die Streitkräfte der Islamischen Republik Drohnen- und Raketenangriffe auf Verbündete der USA im Nahen Osten flogen, darunter Jordanien und Katar. Zudem meldete Kuwait, dass eine Offshore-Bohrplattform getroffen und beschädigt worden sei. Die jüngsten Entwicklungen seien zwar eskalierend, blieben aber «deutlich unterhalb eines offenen Kriegszustands», sagte Saul Kavonic, Senior-Energieanalyst bei MST Marquee, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Ölpreise dürften so lange weiter leicht steigen, wie die Angriffe andauern und die Passage durch die Straße von Hormus dadurch beeinträchtigt wird. In den ersten Wochen und Monaten des Konflikts war der Ölpreis deutlich gestiegen. Ein Barrel der Referenzsorte Brent hatte zeitweise etwas mehr als 126 Dollar gekostet.