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Anwendungen für neue Werkstoffe Aus Chemie wird Design – Was passiert nach der Materialentwicklung?

| Autor/ Redakteur: Tobias Hüser / Wolfgang Ernhofer

Viele Innovationen brauchen heute einen Werkstoff, der gestern noch vor seiner Entdeckung stand. Ist das neue Material dann einmal entwickelt, stehen Forschungsabteilungen vor der Frage: In welchen Anwendungen kann das Material mit den Wunderkräften seine Stärken ausspielen? Produktdesigner Aldin Sakic von Asdo Design and Research Studio erkennt die Potenziale, die in den Materialien schlummern – und weiß, welche Märkte sehnlichst auf diese Eigenschaften warten.

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Häufig bleibt in F&E-Abteilungen von Unternehmen und Instituten der Gedanke an das zukünftige Produktdesign auf der Strecke. Designer haben sich darauf spezialisiert, hierbei zu helfen und Visonen umzusetzen.
Häufig bleibt in F&E-Abteilungen von Unternehmen und Instituten der Gedanke an das zukünftige Produktdesign auf der Strecke. Designer haben sich darauf spezialisiert, hierbei zu helfen und Visonen umzusetzen.
(Bild: Aldin Sakic)

Innovationen sind ohne Materialwissenschaft nicht denkbar. Die Bedeutung neuer Werkstoffe ist auf den ersten Blick oft nicht ersichtlich. Forscher feilen in ihren Laboren an Leichtigkeit, Stabilität und Nachhaltigkeit. Sie kitzeln eine unsichtbare Kraft hervor, die es zuvor noch nicht gab, doch für zukünftige Technologien die elementare Grundlage bilden. Steht das Wundermaterial dann zur Verfügung, stellt sich die alles entscheidende Frage: In welcher Anwendung kann dieser Fortschritt sichtbar werden? Die Transformation der Produktidee in den Markt birgt ein hohes Risiko: Laut dem Institut für angewandte Innovationsforschung an der Ruhr-Universität Bochum landen lediglich fünf Prozent aller eingeleiteten Innovationsvorhaben auf dem Markt. Und nur die Hälfte dieser Produkte sind nach Angaben des Bundesforschungsministeriums mit Erfolg gekrönt.

Wie kommen solche Fehlentwicklungen zu Stande? Forschungsköpfe denken zu wenig an die Industrie und ihre Kunden. In den seltensten Fällen ist die neue Materialeigenschaft gänzlich unbrauchbar. Das Problem liegt in der Regel an einer fehlenden Orientierung: Welchen Märkten kann dieser Werkstoff zu innovativen Technologien verhelfen? Gibt es einen Industriezweig, an den man bislang überhaupt noch nicht gedacht hat? Fragen, mit denen sich die Entwickler nicht ausreichend auseinandersetzen. Die Studie „FuE-Management: Mehr aus knappen Innovationsressourcen machen“ erkannte den Arbeitsalltag als größten Problemfaktor. Personalengpässe und überlastete Entscheider würden nicht dazu beitragen, die Märkte von morgen zu identifizieren. Gebraucht werde jemand, der die Zukunft stets im Blick hat, der wisse, was die Gesellschaft in den nächsten Jahren umtreibt.