Explosionsschutz in der Druckmesstechnik Auch aus der Ferne sicher: Druckmesstechnik für explosionsgefährdete Bereiche

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Fernübertragungseinheiten für Drucksensoren, müssen bisher außerhalb des Ex-Bereichs installiert werden. Jetzt entwickelt Keller gerade eine Fernübertragungseinheit, die auch im Ex-Bereich verbaut werden kann und die Installation von Druckmessern in schwer erreichbaren Anlagenbereichen vereinfachen soll.

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Druckmesstechnik von Keller wird in der Öl- und Gasindustrie eingesetzt.
Druckmesstechnik von Keller wird in der Öl- und Gasindustrie eingesetzt.
(Bild: ©industrieblick - stock.adobe.com)

Wird Druckmesstechnik an schwer erreichbaren Stellen eingesetzt, können die gemessenen Daten nicht immer vor Ort ausgelesen werden. In solchen Fällen bietet Keller Fernübertragungseinheiten an, welche die Messwerte zu einem Server oder in eine Cloud weiterleiten. Die aufgezeichneten Messdaten werden über eine Kundenanwendung oder über die hauseigene Kolibri- Cloud abgefragt und ausgewertet.

Fernübertragungseinheiten, wie die Box ARC1-SB, sind in sich selbst nicht explosionsgeschützt. Module, die in explosionsgefährdeten Umgebungen eingesetzt werden, müssen deshalb zwingend außerhalb der explosiven Atmosphäre installiert werden. Fernübertragungseinheiten für zertifizierte explosionsgeschützte Produkte enthalten Sicherheitsbarrieren, welche die abgegebene elektrische Leistung zum angeschlossenen eigensicheren Produkt begrenzen. Durch diese Barriere wird die Entstehung einer Zündung verhindert und der Explosionsschutz sichergestellt.

Keller entwickelt aktuell eine neuartige Funkübertragungseinheit, die über „LoRaWAN“ oder NB-IoT-Netzwerke (Internet of Things) kommunizieren und auch innerhalb der explosionsgefährdeten Umgebungen installiert werden können. Mit dieser Entwicklung soll der Explosionsschutz nochmal eine Stufe sicherer und die Installation von Druckmesstechnik in gefährdeten Gebieten einfacher werden.

Druckfeste Kapselung und Eigensicherheit im Fokus

Druckmesstechnik, die in einer explosionsgefährdeten Umgebung eingesetzt wird, muss so konstruiert sein, dass sie im Rahmen der vorhandenen Gefahrenklasse den nötigen Schutz bieten. Damit dieser zu jeder Zeit sichergestellt ist, unterstehen explosionsgeschützte Produkte diversen Richtlinien und Normen. Je nach geografischer Region gibt es unterschiedliche Zulassungsstellen und eigene Normen-Reihen. Explosionsgeschützte Produkte für den europäischen Markt werden nach der europäischen Richtlinie

2014/34/EU geprüft und zertifiziert (Ersatz für die ursprüngliche Richtlinie 94/9/EG). Alle Produkte für diesen Markt müssen auf der Grundlage der Normenreihe EN 60079 konstruiert werden. Diese Normen decken gas- sowie staubexplosionsgefährdete Bereiche ab. Innerhalb dieser Reihe werden die Produkte in Zündschutzarten klassifiziert. Diese definieren wie ein Betriebsmittel aufgebaut sein muss, damit es in einer explosionsgefährdeten Umgebung keine Zündung hervorrufen kann.

Keller, Spezialist für Druckmesstechnik produziert neben Geräten in den Zündschutzarten d (druckfeste Kapselung) oder ec (erhöhte Sicherheit), hauptsächlich Drucktransmitter, Pegelsonden und digitale Manometer in der Zündschutzart i (intrinsic safety / Eigensicherheit). Produkte mit der Zertifizierung Eigensicherheit begrenzen die Energie so, dass weder durch einen Funken noch durch einen thermischen Effekt die Zündung einer explosionsfähigen Atmosphäre ausgelöst werden kann.

| Keller

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