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Feldgeräte-Integration

Anwender fordern neutrale Systemschnittstelle zur Integration von FDI-Packages im Leitsystem

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

(Bild: PROCESS)

Bei dem Gedanken an die Geräteintegration werden viele Anwender nervös. Umso größer war die Erleichterung, als sich Hersteller und Anwender auf FDI als gemeinsame Lösung verständigten. Doch die nächste Baustelle ist bereits geöffnet. Die Anwender möchten nun – quasi auf der anderen Seite – eine neutrale Systemschnittstelle. PROCESS hat die Leitsystem-Hersteller um ihre Einschätzung gebeten.

Es war ein langer Weg, aber das Ziel – die Einigung auf eine gemeinsame FDI-Schnittstelle – hat sich gelohnt. „Bisher musste für ein bestimmtes Gerät sowohl eine EDD als auch ein DTM erstellt werden und zur Verfügung stehen. Das Host-System des Endanwenders entscheidet dann, welches benutzt wird, um die Informationen zu integrieren“, erklärt Ernst Jäger, Country Marketing Manager Germany bei Emerson Process Management, die Situation. „Das Ziel des FDI-Projektes ist, dass ein bestimmtes Gerät ein einziges FDI Device Package besitzt, das von allen Host-Systemen unterstützt wird.“

Aktuell wird zur Integration der Feldgeräte in die Automatisierungstechnik auf die DTM/FDT und EDD-Methodik zurückgegriffen. Beide Methodiken haben unterschiedliche Ansätze und Stärken. „Die FDI-Methodik wird die Vorteile von DTM/FDT und EDD zusammenführen und Anwendern und Herstellern alleine schon durch die breite Unterstützung durch alle Leitsystemhersteller einen signifikanten Nutzen bringen“, ist Hans-Georg Kumpfmüller, CEO Sensors and Communication der Siemens Industry Automation Division, überzeugt.

Sind wirklich schon alle Probleme gelöst?

Soweit die Ist-Situation: Doch sind damit wirklich schon alle Probleme gelöst? So wird von Anwendern und selbst von Geräteherstellern bemängelt, dass die derzeit existierenden Integrationsmethoden nicht die Unabhängigkeit vom Automatisierungssystem erfüllen. Zwar ist der Informationsfluss aus den Geräten inzwischen standardisiert, aber nicht die Weiterleitung ins Leitsystem.

„Uns fehlt eine standardisierte Schnittstelle, mit der die Diagnoseinformationen unabhängig vom Gerätehersteller an das Asset Management- oder Leitsystem weitergeleitet werden können“, bedauert etwa Stefan Erben vom Stellventilhersteller Samson. Anwender und Gerätehersteller hoffen daher, dass die vorausgegangene Diskussion und Einigung bei der FDI-Standardisierung auch in diesem Aspekt weiter geführt wird.

So hat ABB die heutigen Geräteintegrationstechnologien vollständig in die Leitsysteme integriert. Damit lassen sich Funktionalitäten implementieren, die von völlig unabhängigen Gerätemanagementwerkzeugen nicht oder nur schwer zu realisieren sind, z.B. die systemkontext- und nutzerabhängige Bereitstellung von Informationen.

„Technologiebedingt sind der Flexibilität jedoch Grenzen gesetzt, und die Sicherstellung, dass nicht nur Geräte(-treiber) aus dem eigenen Haus in vollem Umfang genutzt werden können, erfordert hohen Aufwand von dem Systemlieferanten“, gibt Stefan Bollmeyer, Product Line Manager Fieldbus System 800xA bei ABB Automation, Minden, zu, ist aber zuversichtlich, dass FDI die Voraussetzungen mitbringt, die heutigen Herausforderungen Geschichte werden zu lassen.

Bei Honeywell sieht man erst einmal den positiven Aspekt. Durch die intensivere Zusammenarbeit von Geräte- und Systemlieferanten in den letzten Jahren konnten die Situation bezüglich der Qualität und Zuverlässigkeit der Geräteintegration verbessert und manche Problempunkte ausgeräumt werden, so die Erfahrung. „Die sicherlich noch vorhandenen Probleme in der Praxis beruhen vor allem auf der Handhabung von neuen Revisionen der verschiedenen Geräte. Dies dürfte auch in naher Zukunft die größte Herausforderung bleiben“, bestätigt John Yingst, Senior Product Marketing Manager bei Honeywell.

Ergänzendes zum Thema
 
Forderungen der Namur: FDI-Cooperation ohne Verfallsdatum

Invensys betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung von internationalen Standards. „Internationale Standards helfen sehr, insbesondere, wenn es sich um gut und detailliert dokumentierte Standards handelt (z.B. Hart) oder wenn es weitreichende Definitionsdokumente und anerkannte Zertifizierungsmechanismen gibt, die es erlauben, die Interoperabilität von Geräten und Systemen explizit zu testen und die Ergebnisse zertifizieren zu lassen (wie bei FF)“, betont Marcel Sieling, Technical Sales Consultant Leitsysteme bei Invensys Operations Management.

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