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Durchflussmessung 5 Tipps für eine optimale Durchflussmessung in der Praxis

| Autor / Redakteur: Peter Dietrich / Dr. Jörg Kempf

Durchflussmessgeräte werden nur selten unter Laborbedingungen betrieben, sondern sind der rauen Wirklichkeit der Prozessindustrie ausgesetzt. Für eine erfolgreiche Durchflussmessung gilt die einfache Regel: Die Anwendung bestimmt das optimale Messgerät. Der nachfolgende Artikel gibt Tipps & Tricks, was bei der Durchflussmessung von Flüssigkeiten unter fünf gängigen Praxiseinflüssen zu beachten ist.

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Behälterbefüllung in einem chemischen Betrieb mit Promass 83F
Behälterbefüllung in einem chemischen Betrieb mit Promass 83F
(Bild: Endress+Hauser )

Tipp 1: Umgang mit Pulsationen

In fast allen Fällen werden Pulsationen durch Pumpen verursacht. Pumpentypen mit hohen Umdrehungszahlen sowie mehrstufige Pumpen gewährleisten einen fast kontinuierlichen Förderstrom. Dazu zählen Kreisel-, Mono- und Exzenterschneckenpumpen. Im Umkehrschluss verursachen einstufige Pumpentypen mit niedrigen Umdrehungszahlen starke Pulsationen. Typische Vertreter sind Kolben-, Membran-, Magnet- und Schlauchquetschpumpen. Die häufigsten Probleme bei den pulsierenden Durchflüssen sind:

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  • hohe Spitzendurchflüsse, die bis zum Dreifachen der Nennleistung einer pulsierenden Pumpe entsprechen;
  • falsche, meist zu hohe, Bilanzierungssumme und schwankender Stromausgang am Durchflussmessgerät.

Treten Pulsationen auf, sollten Durchflussmessgeräte mit kurzen Messzyklen eingesetzt werden. Dazu gehören Coriolis-Massedurchfluss- und magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte.

Die entsprechenden Geräte Promass und Promag aus dem Durchflussportfolio von Endress+Hauser verfügen zudem über eine spezielle Softwarefunktion die pulsierende Durchflüsse kompensieren kann. Durchflussgeräte mit langsameren Messzyk-len, wie Ultraschall-, Vortex-, thermische oder Wirkdruck-Durchflussmessgeräte sind bei Pulsationen nicht geeignet.

Tipp 2: Umgang mit Vibrationen

Vibrationen in Prozessanlagen werden unterschieden in kontinuierliche Vibrationen, die durch Pumpen und Kompressoren entstehen, sowie diskontinuierliche Vibrationen, die durch ungünstige Prozessbedingungen, z.B. schnell schließende Ventile, verursacht werden. Starke Vibrationen können bei Durchflussmesssystemen ein schwankendes Messsignal verursachen oder zum Ausfall der Messung durch Ab-Vibrieren von Komponenten führen.

Moderne Durchflussmessgeräte sind in der Regel gegen Vibrationen bis 1-2 g/50 Hz gem. IEC 68-2-6 stabil. Besonders robust zeigt sich auch hier der Promass von Endress+ Hauser, da die Schwingfrequenz der Messrohre mit mehr als 730 Hz weit über dem Resonanzbereich üblicher Anlagenvibrationen liegt. Zudem gewährleistet das clevere Sen-sordesign, dass die Messrohre von externen Vibrationen und Rohrkräften entkoppelt sind.

Generell für alle Durchflussmessgeräte haben sich in der Praxis folgende Maßnahmen als Abhilfe bei Vibrationen bewährt:

  • Rohrleitungen haltern, um Schwingungen zu dämpfen;
  • Verwendung von Geräten mit abgesetzter Elektronik (Getrennt-Varianten).

Bei den Proline-Durchflussmessgeräten steht zudem eine spezielle „HE-Ausführung“ mit vergossenen Bauteilen zur Verfügung, die einen zusätzlichen Schutz der Elektronik vor Vibrationen gewährleistet.

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