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Aus dem Leben eines Auditors Zwei Auditoren sind gut, mehr ein Betriebausflug

| Autor/ Redakteur: Karl Metzger / Anke Geipel-Kern

Nein! Es soll in dieser Kolumne nicht der Eindruck erweckt werden, alle Auditoren nutzen ihre Auditreisen um „weg von der Mutti“ zu kommen und mal richtig „die Sau rauszulassen“. Aber es kommt vor. Natürlich nur in Einzelfällen.

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Lustige Dienstreisen sind ein gern bedientes Klischee
Lustige Dienstreisen sind ein gern bedientes Klischee
(Bild: ©dedMazay - stock.adobe.com; [M]Grimm)

Wie bereits erwähnt, kommt es auch durchaus vor, dass ich bei Audits auf der anderen Seite stehe. Diese Gelegenheiten nutze ich gerne auch um zu sehen, wie die Kolleginnen und Kollegen vorgehen und schaue, was ich von deren Vorgehen selbst übernehmen kann, um meine Performance zu verbessern.

Für leider noch viel zu viele Auditoren hat man aber als Auditee anscheinend das Wort ‚Opfer‘ oder ‚Dummerchen‘ auf der Stirn tätowiert und man hat das Gefühl, dass der ein oder andere seine Machtposition so richtig auslebt. Inzwischen habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass es eher übersteigertes Sendungsbewusstsein und/oder Übertünchen mangelnder Kenntnisse und praktischer Erfahrungen ist – ein Tippfehler (es sei denn, dadurch ändert sich elementar etwas an der Aussage) hat üblicherweise keinen Einfluss auf die Arzneimittelqualität und die Patientensicherheit und ist daher kein schwerwiegender Mangel.

Audit einmal anders

Gerne werden Auditreisen auch genutzt um ‚mal die Sau raus zulassen‘ – am Besten noch auf Kosten des Auditierten. Ein von mir sehr geschätzter ehemaliger Inspektor, hat solche und ähnliche Gelegenheiten bei Kollegenschelte gerne als ‚Weg-von-​der-Mutti‘-Veranstaltungen tituliert.

Bei attraktiven Zielen bietet es sich an die Stadt zu besichtigen und/oder shoppen zu gehen, wie die beiden Kollegen, die morgens zeitig im Büro auftauchten um das Audit durchzuführen. Das Audit bestand darin, dass der Supplier Questionnaire, den die Auditoren bereits vorab ausgefüllt erhalten hatten, noch einmal im Schnelldurchlauf durchgegangen wurde. Auf einen Gang in den Betrieb wurde verzichtet und so konnte man sich nach nicht einmal zwei Stunden wieder den wichtigen Dingen des Lebens widmen.

Fraglich ist auch, wie ernst zu nehmend Auditoren wirken, deren erster Gang nach Ankunft in China zum ‚Fake Market‘ führt, um für günstiges Geld Markenklamotten und DVDs einzukaufen.

Grundsätzlich gilt: zwei Auditoren ist gut; drei kann man unter Umständen noch vertreten; alles was mehr ist läuft unter Betriebsausflug oder Wirtschaftsspionage.

Ihr Karl Metzger

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