Interview mit Felix Hanisch, Namur „Wir haben eine unglaubliche Chance vor uns“

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Für Dr. Felix Hanisch, Head of Process & Plant Safety bei Bayer und Vorstandsvorsitzender der Namur, wird das verteilte Arbeiten auch nach Corona dauerhaft zu schnelleren, effizienteren und effektiveren Arbeitsprozessen beitragen.

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Dr. Felix Hanisch: „ Auch in der Namur haben wir trotz Begegnungsstopp weiter technologische Innovationen für die Prozessautomatisierung vorangetrieben.“
Dr. Felix Hanisch: „ Auch in der Namur haben wir trotz Begegnungsstopp weiter technologische Innovationen für die Prozessautomatisierung vorangetrieben.“
(Bild: Felix Hanisch 2019)

PROCESS: Herr Dr. Hanisch, wie beurteilen Sie den Status Quo für die Prozessindustrie in Deutschland und Europa?

Felix Hanisch: Produkte aus Chemie und Pharmazie sind Teil unseres täglichen Lebens, ja lebensnotwendig. Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass das kein abstraktes Marketing-Gerede ist, sondern dass wir uns in Deutschland und Europa glücklich schätzen können, hier bei Produktion und Innovation zur Spitze zu gehören. Die schnelle Bereitstellung von Desinfektionsmittel im ersten Lockdown oder die rasante Entwicklung von Impfstoffen in wenigen Monaten belegen das.

PROCESS: Was hat Ihnen 2020 geholfen, den „Betrieb“ trotz aller Einschränkungen am Laufen zu halten?

Hanisch: Bei uns in der Prozessindustrie arbeiten Menschen für Menschen, #AufDichKommtEsAn! Wir passen aufeinander auf und tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft weiter funktioniert. Das hat alle unsere Kolleg*innen motiviert, rasant Schutzkonzepte umzusetzen und die Produktion am Laufen zu halten. Und auch in der Namur hat es dazu geführt, dass wir trotz Begegnungsstopp weiter technologische Innovationen für die Prozessautomatisierung vorangetrieben haben.

Das Umschalten von ‘Präsenz’ auf ‘remote’ war das Erweckungserlebnis des ersten Lockdowns: (fast) alles geht!

PROCESS: Haben sich Arbeitsweisen geändert? Wenn ja, welche dieser Veränderungen wird auch über die Corona-Zeit hinaus Bestand haben?

Hanisch: Das Umschalten von „Präsenz“ auf „remote“ war das Erweckungserlebnis des ersten Lockdowns: (fast) alles geht! Die IT hat einen super Job hingelegt, unsere Infrastruktur zu skalieren und auf einmal gingen globale Projekt-Kick-off’s, eine Baustellenbegehung, ein Namur-Workshop vom Heimarbeitsplatz aus. So sehr wir persönliche Treffen vermissen und auch nachholen bzw. wiederbeleben werden, so sehr wird das verteilte Arbeiten zu schnelleren, effizienteren und auch effektiveren Arbeitsprozessen dauerhaft beitragen.

PROCESS: Welche persönlichen Worte möchten Sie Kolleg*innen mit auf den Weg geben?

Hanisch: Wir haben eine unglaubliche Chance vor uns: lange Vermisstes nach der Pandemie wieder aufzunehmen – und das Beste an Erfahrungen aus der Pandemie beizubehalten!

PROCESS: Herzlichen Dank, Herr Hanisch, für diese Mut machenden Worte.

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