Anlagennetzwerke

Wie Sie mit redundanter Netzwerktechnik maximale Performance erreichen

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Die in sich redundanten Ringstrukturen sind nun auch redundant an das zentrale Backbone angebunden und damit noch mehr Ausfallmöglichkeiten abgedeckt. Mit der bisherigen Technik konnten die redundanten Ringe nur einfach nach oben angebunden werden. Solange kein Zugriff auf das externe MIS und damit kein Routing über die Layer-3-Ebene erforderlich ist, können die unterlagerten Segmente selbst bei einem Ausfall des gesamten Backbones autark weiterarbeiten und die Prozesse notfalls auch kontrolliert angehalten werden.

Der Betreiber hat das System mit Unterstützung durch Netzwerkspezialisten von Siemens ausgelegt und soweit möglich für den Austausch vorbereitet. Die eigentliche Inbetriebnahme wurde in einer geplanten Wartungspause innerhalb eines Tages abgeschlossen und die Installation anschließend optimiert.

Ausfallsicherheit geht über alles

Der Betreiber geht auch bei der 24-V-Spannungsversorgung kein Risiko ein und setzt auf die redundante Versorgung der Backbone-Switches über zwei separate Netzteile. Zusätzliche Sicherheit geben im laufenden Betrieb austauschbare Lüfter der XR-500-Geräte und der so genannte C-Plug (Configuration Plug), ein Wechselmedium, das sämtliche Konfigurationsparameter speichert, sodass diese schnell auf ein Austauschgerät übertragen werden können. Auch alle Medienmodule sind „hot-swap“-fähig, können also im laufenden Betrieb gesteckt und gezogen werden, ohne den gesamten Prozess unterbrechen zu müssen.

Das Netzwerkmanagement erfolgt über Sinema Server, einem speziell für komplexere industrielle Netzwerkanwendungen entwickelten Werkzeug. Dieses sorgt mit automatischer Topologie-Erkennung, fortlaufender Netzwerküberwachung sowie umfangreichen Diagnose- und Reporting-Funktionen für die nötige Transparenz und Effizienz.

Für die virtualisierte Zukunft gerüstet

Das modifizierte Anlagennetzwerk erfüllt seit April 2013 zuverlässig die gestellten Aufgaben. „Mit den hoch performanten und in deutlich erweitertem Umfang redundanten Scalance-Switches sind wir bestens vorbereitet für den anstehenden Generations- und Systemwechsel auf der Prozessleitebene“, so Walter Robeleks Fazit. „Der vollmodulare Ansatz lässt uns alle Freiheiten bei Systemerweiterungen hinsichtlich Medienwahl und Übertragungsgeschwindigkeit. Auch wenn in den letzten Jahren keine Netzwerkkomponente ausgefallen ist – die erweiterten Redundanzmöglichkeiten sorgen auf allen Ebenen für höchste Verfügbarkeit.“

* S. Schöppler ist Vertriebsbeauftragter, O. Mirzwa ist Fachberater Industrielle Kommunikation, beide Siemens.

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