Anbieter zum Thema
Die Erfahrung zeigt laut Jupke, dass allein durch einen optimalen Anlagenbetrieb „Hart am Wind“ Einsparungen von rund zehn Prozent gegenüber dem Anlagenzustand in der „Komfortzone“ erzielt werden können. Weitere, rund zehn Prozent Energieeinsparungen können realisiert werden, wenn bestimmte Investitionen speziell auf der Apparateseite und dem Prozess-Design getätigt werden. „Die Amortisationszeit liegt dabei in der Regel bei drei Jahren“, präzisiert er.
Am Ende erhält der Kunde dann eine priorisierte Vorschlagsliste und Projektdatenblätter als Grundlage für die spätere Umsetzung. „Und schließlich muss die Nachhaltigkeit der eingeleiteten Maßnahmen sichergestellt sein“, betont der Energiespezialist. Dazu hat Bayer kürzlich ein innovatives Energieeffizienz-Werkzeug entwickelt, das die Energieeffizienz einer Anlage messbar macht. Der BTS-Experte glaubt, dass das Werkzeug Potenzial für einen Industriestandard in Energieeffizienzfragen hat.
2
Dem CO2 auf der Spur
Eng verknüpft mit dem Energieverbrauch ist auch der Kohlendioxydausstoß, dem Bayer schon seit letztem Jahr den Kampf angesagt hat. Der Konzern setzt hier auf eine BTS-Entwicklung den Climate Check als systematischen Ansatz zur Ermittlung von Energieeinsparpotenzialen. Der Climate Check ist eines von diversen Leuchtturmprojekten, die Bayer zur Bekämpfung des Klimawandels initiiert hat. Der Clou dabei: Erstmals bewerten die Experten den gesamten Produktionsprozess inklusive aller Vorprodukte und Energien. Der Climate Check verbindet zwei Elemente, den Climate Footprint, der die klimarelevanten Auswirkungen bei der Herstellung eines Produktes aufzeigt, und den Energie Effizienz Check, der das Reduktionspotenzial ermittelt. Der Footprint ist mit dem Carbon Footprint vergleichbar. Diese Größe gibt die CO2-äquivalente Emission eines Produktes an. Jupke: „Wir berücksichtigen alle emissionsrelevanten Elemente eines Produktes, die ein Produzent beeinflussen kann, von der Pumpe im Prozess bis hin zur Logistikkette.“ Ist der Ist-Zustand erhoben, folgt der Energie Effizienz Check. Mithilfe einer Analyse sämtlicher Abläufe identifizieren die Klimaexperten Maßnahmen zur Optimierung einzelner Anlagen und Prozesse. „Wir ermitteln dabei CO2-Einsparpotenziale, die wir unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewichten und priorisieren. Der Climate Check bietet dem Produzenten somit eine objektive Entscheidungsgrundlage“, betont Jupke. Im Rahmen des Bayer Klima-Programmes untersucht BTS mit dem Climate Check zurzeit weltweit über 100 Anlagen, die rund 85 Prozent der Treibhausemissionen verursachen.
(ID:295302)