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Welcher Effekt bewirkt was?
Ein Beispiel von Ineos in Köln zeigt die Schwierigkeit, solche REIs zu entwickeln, damit sie glaubwürdig und konsistent sind. So entstehen bei der Produktion von Ethylenoxid CO2 und Wasser. Bei dem hochintegrierten Prozess wird die Energieeffizienz zurzeit durch den Energieverbrauch (Dampf, Strom, Heizgas) pro Masse Produkt bestimmt. Das Problem dabei ist: Diese energetische Leistung wird besser, wenn der Katalysator altert, da mehr Nebenprodukte und somit mehr Reaktionsenthalpie entstehen, die im Prozess wieder verwertet wird. Die Energie, die pro Masse Produkt eingesetzt wird, sinkt somit zwar, allerdings sinkt auch die Ausbeute.
Dabei ist völlig unklar, ob diese REIs durch die Fahrweise oder durch den Katalysator verbessert werden. Den Katalysator können die Personen, die die Anlagen fahren, nicht beeinflussen, so dass dieser klassische KPI für die Echtzeitüberwachung ungeeignet ist. Hier hat sich gezeigt, dass REIs auf kompletter Massen- und Energiebilanzbasis besser sind, da die Katalysatoreffekte eliminiert werden und die Personen, die die Anlagen fahren, den von ihnen beeinflussbaren Bereich erkennen.
Weg zur Standardisierung
Nicht zuletzt müssen diese neu erarbeiteten REIs standardisiert und kommerzialisiert werden. „Wir glauben, dass diese Standardisierung der Darstellung von Ressourceneffizienz bereits einen Einfluss auf den Ressourcenverbrauch der Produktion hat. Gekoppelt mit einer Optimierung können die Indikatoren dann vermitteln, wie groß der Einfluss wirklich ist“, so Marc Kalliski, TU Dortmund.
Da das More-Konsortium einen guten Überblick über relevante Normen im Bereich der REIs für Echtzeitmonitoring und Optimierung besitzt, wurde bereits eine Liste der Realtime REIs und REI-Methoden entwickelt, die als Eingabe für normative Standards verwendet werden kann. So unterstützt die DIN DKE K931 das More-Konsortium. Gleichzeitig soll die Vorgehensweise als Empfehlung oder Arbeitsblatt über die Namur eingebracht werden. Diese wiederum können als Basis für eine internationale Norm (IEC/ TR) dienen.
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* Anm.: Das Projekt More wurde von der EU, 7. Forschungsrahmenprogramm für technische Entwicklung unterstützt (Nr. 604068).
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