Ressourceneffizienz

Wie Sie die Ressourceneffizienz Ihrer Prozesse optimieren

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Umsetzung in die Praxis

Zunächst wurden Indikatoren definiert, die aussagekräftige Informationen über die Ressourcen­effizienz über kurze Zeiträume wie Stunden oder Tage liefern, sowie neue analytische Methoden entwickelt, um die notwendigen Daten zu liefern. „Diese REIs (Resource Efficiency Indicators) können direkt beim Fahren einer Anlage verwendet werden – im Gegensatz zu den KPIs, die den Prozess rückwirkend betrachten“, benennt Dr.-Ing. Udo Enste, Geschäftsführer bei Leikon, den großen Unterschied.

Auf Grundlage dieser Indikatoren wurden Entscheidungshilfen für das Bedienpersonal entwickelt. Dabei wurden auch Konflikte zwischen lokaler und globaler Ressourceneffizienz berücksichtigt. Ein weiterer Punkt betrifft die Visualisierung, die Entscheidungshilfe und Optimierung, damit den Personen, die die Anlagen fahren, aber auch anderen Entscheidungsebenen eine sinnvolle Darstellung geboten wird.

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Ziel ist es, diese Ergebnisse in vier Industrieanlagen zu validieren, die einen ganz unterschiedlichen Fokus aufweisen: So wird in einer Raffinerie der Schwerpunkt auf dem Wasserstoffversorgungsnetz liegen. In einem petrochemischen Verbundstandort sollen stark verkoppelte Produktionseinheiten und die Dampfversorgung optimiert werden. Aus dem Bereich Spezialchemie wurde eine kombinierte kontinuierliche und chargenweise Produktion, basierend auf nachwachsenden Rohstoffen, gewählt und in einer Zellulosefaser-Produktion die Optimierung des Verdampfernetzwerks mit maßgeblichem Betrag zum Energieverbrauch der Gesamtanlage.

Die Implementierung wird durch eine unabhängige flexible Integrationsplattform durchgeführt, die ebenfalls im Projekt More entwickelt wird. Viele Aufgaben, wie die Entwicklung der REIs, der Visualisierung und der Onlineanalytik, wurden bereits erledigt und etwa bei Lenzing und Petronor implementiert. „Bei Ineos in Köln läuft bereits ein Prototyp der Deployment Platform von Leikon und wird genutzt, um REIs in Form eines Dashboards anzuzeigen“, berichtet Benedikt Beisheim, der bei Ineos für Energieoptimierung zuständig ist. Die Deployment Platform wurde zudem dazu genutzt, das Netzwerk an Energie- und Ressourcenflüssen zwischen Anlagenkomplexen, Anlagen und Teilanlagen am Standort zu hinterlegen.

Auf Basis von Ressourcenkategorisierungen werden damit sowohl Adhoc-Bilanzierungen als auch automatisierte Aggregationen von REI-Berechnungen ermöglicht. Im Abschlussjahr 2016 liegt der Schwerpunkt auf der weiteren Umsetzung der industriellen Fallstudien. Zudem muss zum Projektende die Auswirkung des Projekts auf die Industriepartner bewertet und diese auf einen Einsatz in der EU hochgerechnet werden.

Auf der nächsten Seite zeigt ein Beispiel die Schwierigkeit, solche REIs zu entwickeln, damit sie glaubwürdig und konsistent sind.

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