Standortsicherheit

Wie sicher ist ihr Chemiestandort?

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Inhärentes Risiko bleibt

Mit 57 Prozent schöpft die Chemieindustrie im Vergleich zu anderen untersuchten Industrien nur knapp über die Hälfte des Risikominimierungspotenzials aus. Das Potenzial liegt meistens unter den 100 theoretisch zu erreichenden Punkten, da aufgrund des inhärenten Risikos der Belegungsart in der chemischen Industrie Punkte unerreichbar bleiben. Das heißt, dass es in der Chemieindustrie Gefahren gibt, die sich trotz erfolgreicher Maßnahmen zur Minimierung nicht vollends vermeiden lassen.

Bei der Risikoanalyse der von FM Global versicherten deutschen Standorte der Chemieindustrie wurde ein Risk Mark-Durchschnittswert von 46 Punkten ermittelt. Einzigartig in der deutschen Industrielandschaft ist die Vielzahl der Risiken, mit denen sich die Chemiebranche auseinandersetzen muss. Starke Abweichungen bestehen zwischen den Produktionsstandorten und die Risiken sind von den chemischen Substanzen abhängig, die zum Einsatz kommen.

Hohes Verbesserungspotenzial in der Chemieindustrie

Die Zusammensetzung des Risk Mark-Wertes zeigt, dass für die deutsche Chemieindustrie ein durchschnittliches Verbesserungspotenzial von 34 Punkten besteht. Beim technischen Brand- und Explosionsschutz ist durchschnittlich eine Risikominimierung von 15 Punkten und bei organisatorischen sowie sonstigen Faktoren sogar von 17 Punkten möglich. Der Algorithmus zieht auch weiter Punkte für die pure Anzahl an Empfehlungen und die verbundenen Schadenerwartungen ab. Deshalb bedeutet ein niedriger Score nicht zwingend, dass ein Standort schlechter gemanagt ist, aber hebt für das Management eindrücklich das höhere verbleibende Risiko im Vergleich zu anderen Standorten hervor.

Flüssigkeiten mit niedrigem Flammpunkt wie Lösungsmittel oder chemische Reaktionen gelten in der Industrie allgemein als Ursache von Bränden und Explosionen. Wärmeträgeröle oder Hydraulikflüssigkeiten mit hohem Flammpunkt stellen eine ebenso große Gefahr dar, wenn sie aus Behältern oder Rohrleitungen austreten. Die in dieser Branche allgegenwärtigen Brand- und Explosionsgefahren erfordern eine gewissenhafte sowie regelmäßige Kontrolle und Wartung der Räumlichkeiten und Anlagen zur Identifizierung möglicher Zündquellen.

Um im Brandfall eine Ausbreitung und Höhe des Sachschadens so gering wie möglich zu halten, kann erstens durch automatische Abschaltsysteme von brennbaren Flüssigkeiten und Gasen sowie zweitens durch die gezielte Ableitung austretender Flüssigkeiten dem Feuer der Brennstoff entzogen werden. Zum Verhindern des Brandüberschlags auf angrenzende Bereiche sind die nicht brennbare Gebäudekonstruktion und die Beschaffenheit der Anlagen sowie gute Aufkantungen essenziell.

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