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Die Gelegenheit, Mobile auch ins Feld zu bringen, ist günstig, denn die Entwicklung war noch nie so dynamisch wie zur Zeit. Im Wochentakt werfen die Soft- und Hardwareunternehmen Neuheiten auf den Markt: Apps, Ex-geschützte Tablets oder unterwassertaugliche, superrobuste Smartphones, über die gerne auch mal ein Gabelstapler fahren darf.
Apps, Apps und noch mehr Apps
Vor allem die Entwicklung von Apps boomt. Und das hat einen ganz praktischen Hintergrund. Denn die kleinen Anwendungsprogramme sind vergleichsweise schnell entwickelt, verhältnismäßig preisgünstig und darum geeignet, die Akzeptanz im Markt zu testen. So wie die neue Windows 8.1 App von Aveva, die es ermöglicht, mit PDMS oder E3D erstellte Designs auf einem mobilen Tablet-Gerät zu überprüfen, zu kommentieren und zu genehmigen. Was im ersten Moment nach Spielerei für große Jungs aussieht, hat einen handfesten Hintergrund, wie Aveva-Experte Prösch auf dem Digital Plant Kongress am Beispiel des fiktiven Nutzers Jose Hernandez anschaulich darlegte. In der Kunstfigur dürfte sich der eine oder andere wieder erkannt haben: Ständig im Zug oder im Flugzeug zu Teammeetings, Baustellenbesichtigungen und Projektpartnern unterwegs, benötigt der Kopf eines Planungsteams unkompliziert Zugriff auf die aktuellsten Projektinformationen, die ihm über die App auf sein Tablet projiziert werden.
Auch und gerade die Instandhaltung kann vom Einsatz mobiler Geräte profitieren, und hier gibt es mittlerweile bereits einige Anwendungsbeispiele aus der Chemie. So testet die BASF gerade in einem breit angelegten Pilotprojekt die Möglichkeiten der Mobiltechnologie in der Instandhaltung und hat etwa zehn Betriebe in Ludwigshafen mit mobiler Technik ausgestattet (siehe PROCESS 1-2015, S. 28).
Wie so etwas aussehen kann, zeigt eine App für Maintenance-Aufgaben von Aucotec, mit welcher der Softwareentwickler sein Werkzeug Engineering Base (EB) ergänzt. Über die App kann der Mann im Feld den aktuellen Stand einer Anlage, den nächsten Wartungstermin eines Gerätes oder eine Montageanleitung direkt vom mobilen Gerät aus der EB-Datenbank abrufen. Wartungsaufträge können erstellt oder bearbeitet werden, Wartungsinformationen lassen sich direkt in die EB-Datenbank eintragen und stehen damit zentral zur Verfügung.
Die Technologiesprünge bei der Hardware, schnellere und stabilere Datenverbindungen, die einfache Handhabung der Software und nicht zuletzt die Bandbreite der Endgeräte vom Tablet bis zur Smart Watch – Alltag und Bürowelt sind längst mobil. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis auch die Anlagenplanung davon profitiert.
* Die Autorin ist leitende Redakteurin bei PROCESS. E-Mail-Kontakt: anke.geipel-kern@vogel.de
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