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Vor diesem Hintergrund sind die Versprechen von Cloud und Mobile Computing verführerisch. Unbegrenzter virtueller Speicher, Daten sind überall erreichbar, immer auf dem neusten Stand und können von mehreren Usern genutzt werden. Arbeiten verschiedene Büros oder Personen an unterschiedlichen Standorten an einem gemeinsamen Projekt, können alle Beteiligten von überall auf die Cloud und damit auf die aktuelle Datei zugreifen, diese verändern und miteinander teilen. Alle Projektbeteiligten sind auch unterwegs immer auf dem neuesten Stand und können Ideen und Änderungen über ein Smartphone oder Tablet in eine Datei einfügen. „Je mehr EPC an einem Projekt beteiligt sind, desto vorteilhafter ist das mobile Computing,“ betont Marcel Prösch, Aveva. Und last but not least, entlastet die Datenwolke die IT vom Installationsaufwand und der Pflege der Software.
Allerdings ist den Softwareentwicklern auch klar: Was für Office-Anwendungen taugt, ist noch lange nicht auf das Engineering-Umfeld übertragbar. „Eine Herausforderung sind Apps, die genau das an Daten liefern, was gerade benötigt wird“, erklärt Uwe Cohrt, Intergraph. Es seien spezifisch für einen Anwendungsfall maßgeschneiderte Lösungen und Services gefragt, ergänzt Mitsching. „Sitzt der Manager im Zug, oder sollen Wartungsarbeiten auf einer Bohrinsel ausgeführt werden?“ Essentiell sei selbstverständlich die Wahrung der Dokumenten- und Datenkonsistenz, sonst drohen Datenverluste, und letztlich werde der Workflow ineffizient.
Jeder bekommt, was er wirklich braucht
Das Siemenspaket Comos Mobile Solutions will genau da ansetzen: „Kleine, weniger komplexe Applikationen, die aufeinander abgestimmt sind und ein einheitliches Datenmodell & Single Source of Information sorgen dafür, dass Informationen aktuell und unmittelbar verfügbar sind“, erklärt Mitsching. Fünf Produkte gehören zu Mobile Solutions, die alle über einen Web Server aufgerufen werden können. Das Modul Web PQM (Project Quality Management) mit dem Dokumentenmanager, Ingenieure und Zulieferer online-Dokumente und Engineering-Daten bearbeiten können, hat in einem Projekt bei Novartis bereits funktioniert. 15 Vendoren waren hier an einem Projekt beteiligt, 55.000 Dokumente galt es zu bearbeiten.
Auch Bernhard Hübner von Westinghouse Electric Company, singt ein Loblied auf das Online-Tool. Das Nuklearunternehmen, an das die Behörden besonders hohe Ansprüche stellen, nutzt Comos PQM zur Unterstützung seines Engineering-Workflows und läutete damit das Ende der Excelliste ein. Die steigende Zahl von Großprojekten mit ähnlichen Anforderungen habe eine Neuordnung des Workflows nötig gemacht, sagt er. Jetzt haben über das webbasierte Werkzeug alle Beteiligten Zugriff auf die aktuellste und damit valide Dokumentenversion, es gibt Zugangsregelungen zu sensiblen Dokumenten, und der Freigabeprozess ist klar geregelt. Die Dokumentenbezeichnungen folgen der DCC-Norm, welche die einheitliche und Hersteller übergreifende Klassifikation und Identifikation von Dokumenten regelt. Allerdings endet spätestens bei der Behörde der mobile Workflow. Die würden nämlich Papier sehen wollen, sagt Hübner.
Wie siamesische Zwillinge: Cloud und Mobile
Für die meisten Softwareunternehmen gehören Mobile und Cloud Computing zusammen, entwickeln also Paketlösungen wie Autodesk mit BIM 360 Field. Dahinter verbirgt sich eine Management-Software für 2D- und 3D-Konstruktionsumgebungen, die Mobiltechnik mit Cloud basierten Serviceleistungen verknüpft und so die Daten aus dem Feld allen Beteiligten zugänglich machen soll. „Über 75 % der Kosten entstehen bei der Konstruktion der Anlage im Feld, aber nur 10 % der Software sind für das Feld entwickelt“, sagt Reiner Meyer-Rössl, Autodesk.
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