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Thema Energieeffizienz
Beispielsweise erlaubt das Motion Terminal, für das Öffnen und Schließen von Prozessventilen unterschiedliche Druckniveaus zu verwenden. Dadurch kann der Verbrauch von Druckluft drastisch reduziert werden, wenn für einen der beiden Arbeitshübe eine deutlich reduzierte Kraft bzw. Drehmoment erforderlich ist.
Weiterhin kann nach einer frei parametrierbaren Anzahl von Schaltungen eine Diagnosefunktion aktiviert werden, die antriebsbezogen mögliche Leckagen detektiert und je nach Schwere der Leckage nur eine Meldung der Notwendigkeit einer Wartung sendet oder den Anlagenteil abschaltet. Dadurch können zeitaufwändige Suchen von Leckagen in ausgedehnten Netzen vermieden werden.
Thema (Selbst)Adaption
Falls die Produktion eine Umrüstung der Anlage und damit einhergehend eine Änderung einzelner Parameter im Motion Terminal erfordert, ist dies über eine integrierte Schnittstelle sehr einfach möglich. Die Parameter können aber auch über das überlagerte Leitsystem verändert und über Kommunikationsschnittstellen in das Motion Terminal im Feld geladen werden. Entsprechende Möglichkeiten wurden schon für Systeme von Siemens und Rockwell auf der diesjährigen Hannover Messe vorgestellt.
Das Motion Terminal kann aber auch eigenständig in der Inbetriebnahme geforderte Öffnungs- und Schließzeiten eines Prozessventils einstellen. Nach dem Setzen der Parameter werden dazu in einem Teachvorgang die Abluftdrosselungen automatisiert so eingestellt, dass die gewünschten Zeiten erreicht werden. Über die Betriebszeit der Anlage wird die Einhaltung der vorgegebenen Zeiten überwacht und unter Umständen eine Veränderung der Luftdrosselung so vorgenommen, dass die ursprünglichen Vorgabewerte eingehalten werden, falls sich auf Basis äußerer Einflüsse, z.B. durch zunehmende Reibung, die erreichten Zeiten verändern sollten. Dies erfolgt automatisiert und dezentral, d.h. direkt im Feld und ohne einen Eingriff des Bedien- oder Wartungspersonals.
Fazit
Die Beispiele zeigen, wie durch Digitalisierung etablierter Automatisierungstechnologien neue Dimensionen der Automatisierung von Prozessanlagen erschlossen und zusätzliche Wertschöpfung in allen Phasen des Anlagenlebenszyklus gehoben werden können. Die Vorteile reichen von verbesserter Energieeffizienz im Betrieb, über reduzierte Kosten im Engineering und Betrieb der Anlagen durch Hardware-Standardisierung bis hin zu selbstadaptierenden Funktionen im Feld.
Durch die Funktionsrealisierung über Apps wird eine höhere Produktionsflexibilität erreicht, und über die Integration von Diagnosemeldungen mit Cloudlösungen können OEMs eine globale Überwachung ihrer Modullösungen erreichen und wertvolle Informationen für deren Weiterentwicklung gewinnen.
* Der Autor ist Leiter des Industry Segment und Key Account Management Process Automation bei der Festo AG & Co. KG, Esslingen.
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