Spezialgase-Produktion Westfalen nimmt neue Gase-Produktion und Nutzfahrzeug-Werkstatt in Betrieb

Redakteur: MA Alexander Stark

Die Erweiterung des Standorts Hörstel der Westfalen Gruppe ist abgeschlossen. Die Bauarbeiten liefen trotz Corona weitgehend nach Plan: Im Dezember 2019 erfolgten die ersten Spatenstiche für das neue Gebäude zur Spezialgase-Produktion sowie für den Neubau der Nutzfahrzeug-Werkstatt, im Juni 2020 ein Richtfest und nun die Eröffnung.

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Herzstück des neuen Logistik und Fuhrpark Centrums ist die Nutzfahrzeug-Werkstatt mit einer großen Modernisierungs-Halle.
Herzstück des neuen Logistik und Fuhrpark Centrums ist die Nutzfahrzeug-Werkstatt mit einer großen Modernisierungs-Halle.
(Bild: Westfalen)

Hörstel – Durch die Inbetriebnahme eines neuen Gebäudes in der Spezialgase-Produktion konnte Westfalen seine Produktionsprozesse noch effizienter gestaltet – auch mittels Automatisierung und Digitalisierung. „Wir wollen unseren Marktanteil in Europa verdoppeln“, betont Dr. Meike Schäffler, Vorstandsmitglied der Westfalen Gruppe. „Deshalb haben wir in den Ausbau 3,5 Millionen Euro investiert.“

Mit neuen Füllanlagen und zugehöriger Analysentechnik können nun in großen Mengen Gasgemische abgefüllt werden. Dazu gehören Gasgemische für die Abgasuntersuchung (AU), für die eine Akkreditierung erforderlich ist, das Fertigarzneimittel Respadur A (Stickstoffmonoxid), das bei Frühgeborenen eingesetzt wird sowie Wasserstoff-Gemische für Kalibrierung und Anlagensteuerung. Darüber hinaus können an einem neuen Füllstand Gase und Gasgemische in Alumini 70 Kleingebinde abgefüllt werden. Neu ist dabei, dass diese Druckdosen nach Gebrauch nicht entsorgt werden müssen, sondern wiederbefüllbar sind. Mit dem Platzangebot des Neubaus kann das Unternehmen neue Fülllinien einrichten und Logistikverbesserungen anstoßen. Nach den Worten von Stephan Klose, Businessmanager Spezialgase im Cluster Nord der Westfalen Gruppe, will das Unternehmen vom wachsenden Spezialgase-Markt profitieren.

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Weitere 3,5 Millionen Euro investierte das Unternehmen in den Neubau des Logistik und Fuhrpark Centrums (LFC) auf einer benachbarten Fläche. Herzstück des LFC ist die Nutzfahrzeug-Werkstatt, die vom bisherigen Standort Münster-Gremmendorf nach Hörstel verlagert wurde. Da etwa ein Viertel der Nutzfahrzeug-Flotte des Bereichs Gase der Westfalen Gruppe in Hörstel stationiert ist, fiel die strategische Entscheidung für den Neubau auf diesen Standort. Es entstanden Werkstattbereiche für Prüfung, Wartung und Reparaturen, insbesondere an Tanks und Pumpentechnik. Von zentraler Bedeutung ist dem Unternehmen zufolge die Modernisierungs-Halle zur qualitätsgesicherten Überholung und Instandsetzung der Fahrzeuge. Ein Lichtband an der Decke sorgt für Tageslicht, eine abdeckbare Stahlfertiggrube für beschleunigte Instandhaltungs- und Wartungsprozesse, eine Fußbodenheizung für ein Optimum an Arbeitssicherheit. Hinzu kommen Büro- und Sozialräume der Bulk-Disposition, die sich vorher auf dem Gelände der benachbarten Luftzerlegungsanlage befanden.

Die neue Werkstatt arbeitet weitgehend abwasserfrei, die Fahrzeuge erreichen durch Wartung und Reparatur Einsatzzeiten von rund 20 Jahren und das ganze Werk wird mit der Abwärme der Luftzerlegungsanlage ressourcenschonend beheizt. Außerdem sorgen wiederbefüllbare Alumini 70 Kleingebinde für Nachhaltigkeit.

Das Sondergasezentrum (SGZ) Hörstel wurde 1993 eröffnet und sukzessive erweitert. Nach zehn Jahren kam ein großer Anbau, 2007 nahm die Westfalen Gruppe die Heliumabfüllung am Standort auf, 2011 erfolgte die Aufstockung des Gebäudes. Im SGZ werden Reinstgase, standardisierte Gasgemische und auf Kundenwunsch auch spezielle Gemische mit bis zu 20 aus über 200 verfügbaren Einzelkomponenten hergestellt. Aktuell sind dort 44 Mitarbeiter beschäftigt, am gesamten Standort Hörstel - der auch eine Luftzerlegungsanlage zur Herstellung von Sauerstoff, Stickstoff und Argon umfasst - 122 Mitarbeiter.

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