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Schiefergas

Wer profitiert vom Schiefergas-Boom in den USA?

| Autor / Redakteur: Anke Geipel-Kern / Anke Geipel-Kern

(Bild: American Gas Association)

Die amerikanischen Schiefergasvorkommen befeuern Szenarien, die bis vor kurzem undenkbar schienen. Ammoniakanlagen und Cracker sind im Bau, und das in einem Land, das sich langsam von der Chemie zu verabschieden schien. Momentan herrscht Goldgräberstimmung bei den großen Anlagenbauern – jeder will der erste sein.

Euphorie hat seit kurzem einen Namen in den Vorstandsetagen deutscher Großanlagenbauer. Unkonventionelles Erdgas, Shale Gas oder auch Schiefergas – oder der „Schatz aus dem Schiefer“ wie „Bild der Wissenschaft“ im letzten Jahr titelte – entfacht bei gestandenen Vorständen einen kollektiven Begeisterungssturm. Das Wort vom Paradigmenwechsel macht bei Uhde und Linde die Runde.

Amerikanisches Erdgas ist momentan mit zwei bis drei Dollar für eine Million BTU (British Thermal Unit) konkurrenzlos billig und ermöglicht Investitionen z.B. in die tot geglaubte amerikanische Düngemittelindustrie. Aber auch die amerikanische Chemie wittert die Chance, endlich wieder zu ihrer früheren Größe aufzusteigen, und plant Crackerkapazitäten, die das Zeug haben, den Weltmarkt ordentlich aufzumischen und das chemische Gleichgewicht zu verschieben.

Schiefergasrevolution in drei Wellen

Thyssen Krupp Uhde-Vorstand Dr. Michael Thiemann glaubt, dass die Schieferrevolution in drei Wellen kommen wird. Düngemittel seien ohne großen technischen Aufwand aus dem Schiefergas herzustellen und gehören ebenso wie Energieanlagen zur ersten Welle der Schiefergasexploration, und nur wer zu diesem Zeitpunkt Projekte gewinnt, könne auch die zweite und die dritte Welle mitnehmen und sich langfristig in den entstehenden Märkten etablieren, prognostiziert Thiemann.

Uhde und Linde haben sich bereits mit Aufträgen in Stellung gebracht, denn momentan sortiert sich der Markt in den USA komplett neu und öffnet der Riege der deutschen Großanlagenbauer Chancen, endlich eine Bresche in die Phalanx von Foster Wheeler, Technip und den anderen Amerikanern zu schlagen.

Beispielhaft dafür steht ein Auftrag, den Uhde im Oktober gewonnen hat und dem Anfang November ein zweiter folgte: Der Düngemittelherstellers CF Industries erweitert in Donaldson und in Port Neal mitten in der Kornkammer West Iowas seine Betriebe und stockt die Harnstoff-, Ammoniak-, UAN- und Salpetersäurekapazitäten auf. Beide Projekte haben einen Wert von 3,8 Milliarden US-Dollar und beeinhalten Basic und Detail Engineering, Einkauf, Lieferleistungen sowie Serviceleistungen während Bau und Inbetriebnahme. Zum Einsatz kommen im Übrigen Uhde-Verfahren.

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