Wasserstoff-Elektrolyse Wasserstoff-Spezialist Sunfire holt sich Galvanik für die Elektrolysezellen ins Haus

Von Dominik Stephan

Sunfire setzt auf Druck-Alkali-Elektrolyseure – um in Zukunft auch Anlagen im 100-MW-Maßstab bauen zu können, übernimmt das Unternehmen einen Galvanik-Standort von MTV NT in Solingen. Hier sollen in Zukunft die Elektrolyse-Zellen metallisch beschichtet werden.

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Die vorhandenen Systeme werden in eine hochmodernen Galvanik-Anlage umgebaut.
Die vorhandenen Systeme werden in eine hochmodernen Galvanik-Anlage umgebaut.
(Bild: Sunfire GmbH)

Dresden/Solingen – Sunfire arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck am Aufbau einer Produktion für die geplanten 100-MW-Elektrolyseure. Dazu holen sich die Power-to-X-Spezialisten mit der Galvanik jetzt einen der zentralen Herstellungsschritte der Zellfertigung ins Haus: Sunfire übernimmt dafür den Solinger (NRW) Standort des erfahrenen Galvanik-Spezialisten MTV NT, einen der wenigen Galvanisierer, der Bauteile von der benötigten Größe verarbeiten kann.

„Für uns ist dieser Weg ideal“, ist Sunfire-CEO Nils Aldag überzeugt. „Eine völlig neue Fabrik zu errichten, würde uns wertvolle Zeit kosten. In Solingen finden wir nicht nur optimale Produktionsbedingungen vor, sondern können uns auch auf ein erfahrenes und kompetentes Team verlassen.“ In den kommenden Monaten wird der Standort den Anforderungen des Elektrolyse-Unternehmens angepasst. Dazu werden die vorhandenen Galvanik-Anlagen in eine hochmoderne Linie zur vollautomatischen Elektrodenbeschichtung umgebaut.

„In den letzten 30 Jahren haben wir vor allem für den Bergbau gearbeitet“, erklärt Arwed Gößler, der schon vorher die Geschicke von MTV leitete und nun als Geschäftsführer am Sunfire-Standort Solingen agiert. „Wir haben Hydraulikzylinder für Kunden aus aller Welt metallisch beschichtet. Allerdings hat sich die Branche stark gewandelt“, so Gößler. Um sich zukunftsfähig aufzustellen, hat das Unternehmen deshalb früh den Umstieg auf die Bearbeitung von Alkali-Elektrolyseuren erwogen. „Große Bauteile in großen Stückzahlen nach sehr speziellen Anforderungen beschichten – das passt einfach perfekt zu uns“, fasst Gößler zusammen. „Und wir sind schnell.“ Noch in diesem Jahr soll die erste 250 MW-Beschichtungsanlage ihren Betrieb aufnehmen. Schon im kommenden Jahr soll die jährliche Produktionskapazität 500 MW betragen. Ein Ausbau auf 1 GW ist bereits in Planung.

Aldag und sein Team treiben die Skalierungspläne unterdessen am Firmensitz in Dresden weiter voran. „Damit wir unsere Fertigungskapazitäten in hohem Tempo ausbauen können, werden wir auch auf die Expertise etablierter Unternehmen zurückgreifen“, kündigt der Anlagenbauer an und betont: „Dabei konzentrieren wir uns auf Europa. Wir bauen Elektrolyseure, die das Label ‚Made in Europe‘ tragen.“ 2021 hatte Sunfire Druck-Alkali-Elektrolyseure in sein Produktportfolio aufgenommen. Dafür hat das Dresdener Unternehmen einen Vorreiter auf diesem Gebiet akquiriert, die IHT Industrie Haute Technology. Deren Werk im schweizerischen Monthey ist mit bereits beauftragten Projekten voll ausgelastet, sodass Sunfire seine Produktionskapazitäten ergänzend ausbaut.

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