Konsortium erstellt Kostenanalyse Wasserstoff-Infrastruktur in Osthessen wird massiv ausgebaut

Redakteur: Alexander Stark

Mit dem Wasserstoffprojekt Hywheels will die Stadt Fulda den Wirtschaftsstandort Osthessen stärken und einen Beitrag zur Abkehr von fossilen Kraftstoffen im Verkehrssektor leisten. Konkret ist geplant, innerhalb weniger Jahre mindestens 1000 Brennstoffzellenfahrzeuge – insbesondere Lastkraftwagen – auf die osthessischen Straßen zu bringen.

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Dr. Sirko Ogriseck und Johanna Lesk sind für Infraserv Höchst mit der Konzepterstellung zur Wasserstofferzeugung und -verteilung betraut.
Dr. Sirko Ogriseck und Johanna Lesk sind für Infraserv Höchst mit der Konzepterstellung zur Wasserstofferzeugung und -verteilung betraut.
(Bild: Maik Reuß/ Infraserv Höchst)

Fulda; Frankfurt am Main – Osthessen will sich als Wasserstoffregion etablieren. Im Rahmens des Projekts Hywheels soll dabei die Infrastruktur für grünen Wasserstoff ausgebaut werden. Aktuell läuft die Konzeptionsphase des Projekts: Das Konzept zur Wasserstofferzeugung, inklusive Verteilungs- und Tankstellen-Infrastruktur übernimmt der Standortbetreiber des Industrieparks Höchst und Industriedienstleister Infraserv Höchst in Zusammenarbeit mit seinen hessischen Partnern Linde, ITM Power und ABO Wind.

Infraserv Höchst betreibt mit seiner 1000 bar Pipeline im Industriepark Höchst bereits seit 2006 eine eigene Wasserstoff-Tankstelle für Lkw, Busse und Pkw und nutzt für den Verkehr innerhalb des Industrieparks unter anderem auch Brennstoffzellenbusse. Zudem wird im Industriepark Höchst in Kooperation mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund bis 2022 eine Wasserstofftankstelle für Züge entstehen. Mit der bestehenden Infrastruktur im Industriepark und dem umfangreichen Fachwissen im Bereich Wasserstoff konnte das Konsortium in der Bewerbungsphase überzeugen.

Dr. Sirko Ogriseck, Projektleiter und -koordinator Wasserstoffprojekte, und Johanna Lesk, Projektleiterin Wasserstoffprojekte, von Infraserv Höchst sind damit betraut, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, das es ermöglicht, die Wasserstofferzeugung inklusive Verteilungs- und Tankstelleninfrastruktur für einen wasserstoffbasierten Wirtschaftsverkehr in Osthessen zu etablieren. Dieses Konzept kann späteren Investoren als Grundlage für eine weitere Planung der Infrastruktur dienen, die nur noch an die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Dazu zählen technische, rechtliche, wirtschaftliche, regulatorische, umweltrelevante und strukturelle Faktoren. „Als hessisches Konsortium übernehmen wir die fundierte Analyse sämtlicher für die Realisierung relevanter Handlungsfelder“, erklärt Ogriseck. In Kombination mit einer zeitlichen Strukturierung der notwendigen Arbeitsschritte soll die Studie die Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung des Konzepts schaffen.

Die Studie soll unter anderem deutlich machen, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um die benötigte Infrastruktur in Osthessen zu implementieren und aufzeigen, welche Potenziale zur Wasserstofferzeugung in Osthessen bereits vorhanden sind und inwieweit sich diese weiterentwickeln lassen. Auf dieser Grundlage sollen geeignete Standorte für die Tankstelleninfrastruktur identifiziert werden. Zudem soll untersucht werden, wie gegebenenfalls der Bezug von Wasserstoff aus überregionalen Quellen alternativ oder flankierend zu einer lokalen „grünen“ Wasserstoff-Erzeugung sichergestellt werden kann. Teil des Konzepts ist auch die Kostenanalyse. Das Konsortium will darlegen, welche relevanten Kosten entlang der Wertschöpfungskette – von der Wasserstoff-Erzeugung, über dessen Speicherung und Verteilung bis hin zur Tankstelle – entstehen.

Die Entwicklung der Region Osthessen als Wasserstoffregion wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 300.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Förderrichtlinie wird vom Unternehmen Now koordiniert und durch den Projektträger Jülich umgesetzt.

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