Russlands Raffinerien Warum Russland verstärkt auf Erdölprodukte setzt

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Russlands größte Erdölfirmen wollen verstärkt in die Erdölverarbeitung investieren. Zudem fördert dies der Staat mit niedrigeren Exportzöllen auf helle Erdölprodukte. Auch wenn die Wirtschaftskrise Projekte verzögert, der Druck zu modernisieren bleibt hoch.

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Wenn es nach dem Willen von Russlands größten Ölfirmen geht, soll es bald mehr Raffinierien geben.
Wenn es nach dem Willen von Russlands größten Ölfirmen geht, soll es bald mehr Raffinierien geben.
(Bild: Darren Kirby; CCBY2.0)

Moskau/Russland – Wie Russia beyond the healines (RBTH) auf ihrem Portal berichtet wollen Russische Ölproduzenten die Erdölverarbeitung ausbauen, um den Rohölanteil am Gesamthandel zu reduzieren. Die dafür notwendigen Investitionen seien in den Planungen der großen Unternehmen bereits eingegangen. Auch der russische Staat fördert laut Germany Trade & Invest die Modernisierung der Raffinerien mit niedrigeren Exportzöllen auf helle Erdölprodukte. Deren Wirtschaftsexperten haben ermittelt, dass Russland 2014 so viel hochwertigen Dieseltreibstoff produziert hat wie noch nie. Zudem konnte es die Exporte steigern. Doch bei der Verarbeitungstiefe tritt das Land auf der Stelle, so die Experten.

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Nach Angaben von Germany Trade & Invest modernisieren Russlands Raffinerien ihre Anlagen zur Kraftstoffproduktion bis 2020. Von den insgesamt 130 geplanten Anlagen wurden 47 installiert bis Ende 2014. In diesem Jahr sollen 27 neue Anlagen folgen. Für 2016 stehen weitere 250 Milliarden Rubel Investitionen an.

Wie RBTH berichtet gab Gazpromneft ihre Pläne bekannt, innerhalb von vier Jahren in der Erdölraffinerie im sibirischen Omsk die Herstellung von katalytischen Additiven aufzunehmen. Auf eine RBTH-Anfrage hieß es vonseiten der Gazprom-Tochter, es werde sich dabei um eine neue, weltweit einmalige Technologie handeln. Tatneft plane wiederum, bis 2018 eine gerade im Bau befindliche Raffinerie-Anlage fertigzustellen. Dadurch wird das Unternehmen nach Angaben der russischen Wirtschaftszeitung „Kommersant“ seine Verarbeitungskapazitäten von 8,5 auf 14 Millionen Tonnen Rohöl steigern.

Wirtschaftskrise bremst Modernisierungsprojekte

Doch unter dem Druck der Wirtschaftskrise in Russland verzögern sich die Modernisierungsprojekte: Laut Germany Trade & Invest haben sich Mitte März 2015 die führenden Erdölverarbeiter an die Regierung gewandt mit der Bitte, den strengen Zeitrahmen für die Modernisierung der Raffinerien angesichts der Wirtschaftskrise strecken zu dürfen. Wie bekannt wurde, gehören zu den Bittstellern Gazprom neft, Lukoil und TAIF. Doch der Modernisierungsdruck bleibt bestehen. Schließlich dürfen ab 1.1.2016 dürfen nur noch Diesel und Benzin der Klasse 5 und höher produziert werden. Wie Germany Trade and Invest bei Automobilherstellern in Erfahrung gebracht hat, gilt dies allerdings nur für den zivilen Kraftfahrzeugmarkt.

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