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Russische Steuer- und Zollpolitik setzt Anreize
Aus einem Bericht von Germany Trade & Invest geht hervor, dass russische Unternehmen von 2011 bis Mitte Februar 2015 bereits 830 Milliarden Rubel in die Modernisierung ihrer Erdölverarbeitungswerke gesteckt haben. Allein 2014 waren es 290 Milliarden Rubel.
Zudem setze die russische Regierung hierzu Anreize durch ihre Steuer- und Zollpolitik, so der Bericht. Für die Öl- und Gasbranche gelten seit Anfang 2015 völlig neue Spielregeln. Erstens werden bis 2017 die Steuern auf die Gewinnung von Bodenschätzen kontinuierlich erhöht. Die Exportzölle auf Masut (schweres Heizöl) steigen sogar auf 100%. Gleichzeitig sinken die Ausfuhrzölle auf Rohöl und helle Erdölprodukte. Zusätzlich reduziert Russland die Akzisen auf helle Erdölprodukte.
Produktion moderner Kraftstoffe der EU-Norm 5
Die Modernisierungskampagne trägt Früchte: So war laut Germany Trade & Invest vor vier Jahren nur jedes vierte Erdölchemiewerk in Russland in der Lage, Benzin und Diesel nach Euro-5-Standard herzustellen. Heute sind es knapp zwei Drittel aller Raffinerien.
Wie der Bericht zeigt wurden von den 2014 in Russland insgesamt produzierten 38,3 Millionen Litern Benzin 34,1 Millionen Liter im Inland verkauft. Den Rest lieferte das größte Land der Welt ins Ausland. Damit sanken die Exporte im Vergleich zum Vorjahr ganz leicht. Die Exportquote könnte sogar noch weiter sinken, denn es wird prognostiziert, dass der Benzinverbrauch von knapp 36 Millionen Tonnen im Jahr 2014 auf über 42 Millionen Tonnen bis 2030 steigen könnte.
Auch die Produktion von Diesel hat laut des Berichts mit 77,3 Millionen Tonnen kräftig zugelegt. Dagegen sinkt der Inlandsverbrauch. Deshalb suchen die Produzenten nach neuen Absatzmärkten. Im Jahr 2014 sind 45 Millionen Tonnen exportiert worden.
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