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Modulare Automation Wann kommt der Durchbruch für die modulare Anlage?

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Modularität ist der Schlüssel zum Erfolg in einem immer flexibler werdenden Marktumfeld – in diesem Punkt waren sich die Teilnehmer der ZVEI/VDMA-Forums-Podiumsdiskussion auf der Messe SPS IPC Drives 2016 einig. Dass Betreiber, Automatisierer und Modulhersteller jetzt an einem Strang ziehen, stimmt die Beteiligten optimistisch.

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Mit modularer Automation zur flexiblen Produktion – Thema der diesjährigen ZVEI/VDMA-Podiumsdiskussion zur SPS
Mit modularer Automation zur flexiblen Produktion – Thema der diesjährigen ZVEI/VDMA-Podiumsdiskussion zur SPS
(Bild: PROCESS)

Auf der diesjährigen Namur-Hauptsitzung hat das Thema Modulare Automation richtig Fahrt aufgenommen. Zwei Jahre nachdem Wago mit der DIMA-Methodik und dem MTP-Konzept einen Vorstoß gewagt hat und Auslöser für eine ausgedehnte Gremien-Arbeit war – in der Folge wurden vier Namur-adhoc-Arbeitskreise, ein ZVEI-Spiegel-AK und ein gemeinsamen Namur/ZVEI Arbeitskreis Modulare Automation gegründet – gibt es jetzt weitere Fortschritte.

Das Namur-MTP (MTP steht für Module Type Package) ist auf den Weg gebracht und damit ein entscheidender Schritt zur Ankopplung modularer Anlagen an bestehende Prozessleitsysteme vollzogen. Der HMI-Demonstrator hat den Proof-of-Concept bestanden und in den kommenden Monaten sollen weitere Schritte folgen. Übergeordnetes Thema einer von ZVEI und VDMA gemeinsam initiierten Diskussionsrunde war deshalb die Frage, ob und wie das vorliegende Modell zur modularen Automation dem Einsatz modularer Anlagentechnik im Feld zum Durchbruch verhelfen kann und welche weiteren Schritte noch nötig sind.

Ausgewogene Diskussionsrunde

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Diese und weitere Fragen diskutierten Michael Pelz (Clariant), Dr. Johannes Wagner (Sartorius), Dr Axel Haller (ABB), Thomas Mader (Gea) und Dr. Jens Bernshausen (Invite) unter der Moderation von Anke Geipel-Kern (Leitende Redakteurin PROCESS).

In den letzten Jahren sei der Marktdruck weiter gewachsen und die Motivation modulare und damit flexible Produktionskonzepte einzusetzen, damit gestiegen, bestätigten Michael Pelz (Clariant) und die beiden Modulhersteller Thomas Mader (Gea) und Dr. Johannes Wagner (Sartorius).

Aber es gilt auch: Ohne modulare Automation, kein modularer Anlagenbau.

Da klassische Leitsysteme bei diesen Anforderungen an ihre Grenzen stoßen, wollen sich auch die Automatisierungshersteller öffnen, so Axel Haller (ABB), der den ZVEI-Spiegelarbeitskreis Modulare Automatisierung leitet. Die Bedenken und die Furcht vor Austauschbarkeit und Vergleichbarkeit, die noch vor vier Jahren, die ersten Diskussionen mit den Automatisierungsunternehmen begleitet haben, scheinen gewichen zu sein. Zumal auch Industrie 4.0 Marktdruck erzeugt, der eine Öffnung der Leitsysteme forcieren könnte.

Momentan sieht es danach aus, als sei die Zeit reif, die Arbeiten an der modularen Anlage richtig in Schwung zu bringen: Zum ersten Mal ziehen Betreiber, Automatisierer und Modulhersteller an einem Strang. Das stimmt nicht nur die Beteiligten der Podiumsdiskussion optimistisch.

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