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100 Millionen Dosen im Jahr Wacker soll Covid-19-Impfstoffkandidaten von Curevac produzieren

Redakteur: MA Alexander Stark

Das biopharmazeutische Unternehmen Curevac und Wacker Chemie haben eine vertragliche Vereinbarung zur Produktion des Covid-19-Impfstoffkandidaten CVnCov bekannt gegeben.

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Am Biotech-Standort in Amsterdam unterstützt Wacker Curevac bei der Produktion des mRNA-basierten Impfstoffkandidaten gegen Covid-19.
Am Biotech-Standort in Amsterdam unterstützt Wacker Curevac bei der Produktion des mRNA-basierten Impfstoffkandidaten gegen Covid-19.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Tübingen; München; Amsterdam/Niederlande – Im Rahmen einer initialen Vereinbarung soll Wacker im ersten Halbjahr 2021 am Standort Amsterdam mit der GMP (Good Manufacturing Practice) Produktion der mRNA-Wirkstoffsubstanz für den Impfstoffkandidaten von Curevac beginnen. Die Vorbereitungen für den Produktionsstart, für den Technologietransfer und die Testläufe haben bereits begonnen. An dem Standort von in Amsterdam sollen pro Jahr mehr als 100 Millionen Dosen des Impfstoffes von Curevac hergestellt werden. Der Standort bietet Erweiterungsoptionen, so dass zukünftig auch ein steigender Bedarf gedeckt werden kann.

Wacker Biotech bündelt als CDMO-Dienstleister (Contract Development and Manufacturing Organization) die Aktivitäten des Konzerns im Bereich Biopharmazeutika. Am Standort Amsterdam werden seit 20 Jahren Impfstoffe für die klinische Entwicklung wie auch die kommerzielle Versorgung hergestellt. Das Portfolio reicht von klassischen Lebend- und Totimpfstoffen über proteinbasierte Impfstoffe bis hin zu Polysaccharid- und Glykokonjugatimpfstoffen. In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen in den Standort investiert und Vorbereitungen getroffen, um auch mRNA-basierte Impfstoffe herstellen zu können.

Curevac baut mit mehreren CDMO-Partnern ein integriertes europäisches Netzwerk zur Herstellung von Impfstoffen auf. Mit dieser Strategie wird das Unternehmen die bereits bestehende Herstellungskapazität für CVnCov auf bis zu mehrere hundert Millionen Dosen pro Jahr erhöhen. Durch die Zusammenarbeit mit mehreren Partnern will das Biopharmaunternehmen potenzielle Risiken in der Lieferkette mindern sowie bei den wichtigsten Schritten des Herstellungsprozesses.

Das Pharmaunternehmen begann mit der Entwicklung seines mRNA-basierten Impfstoffkandidaten Covid-19 im Januar 2020. Der Wirkstoff basiert auf optimierter, chemisch nicht modifizierter mRNA, die für das präfusionsstabilisierte Full Spike-Protein des Sars-Cov-2-Virus kodiert. Die klinischen Studien der Phase 1 und 2a von CVnCov begannen im Juni bzw. September 2020. Die Zwischenergebnisse der klinischen Phase 1, die im November 2020 veröffentlicht wurden, zeigten, dass CVnCov in allen getesteten Dosierungen im Allgemeinen gut verträglich war und zusätzlich zu den ersten Anzeichen einer T-Zellen-Aktivierung starke Antikörperreaktionen auslöste. Die Qualität der Immunreaktion war vergleichbar mit der von genesenen Covid-19-Patienten und ähnlich wie nach einer natürlichen Infektion mit Covid-19. Die Daten unterstützen die Entscheidung von Curevac, mit einer Dosis von 12 µg in die zulassungsrelevante klinische Phase 2b/3-Studie zu gehen, die noch vor Ende 2020 beginnen soll. Am Hauptsitz in Tübingen verfügt das Unternehmen über große Produktionskapazitäten und stellt dort klinisches Versuchsmaterial für mRNA-Impfstoffe her. Darüber hinaus erweitert das Unternehmen derzeit seine Herstellungskapazitäten, um im Fall eines kommerziellen Vertriebs große Mengen von CVnCov produzieren zu können.

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