Zukunft nach Braunkohleausstieg Umbau der Chemiebranche: Sachsen-Anhalt setzt auf Großforschungsprojekt

Quelle: dpa

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Braunkohleausstieg und Energiekrise fordern die Chemieindustrie heraus. In den nächsten Jahren steht der Umbau der Branche im Fokus. Das Land Sachsen-Anhalt hofft dabei auf Unterstützung durch ein neues Großforschungsprojekt.

Im mitteldeutschen Revier und in der Lausitz sollen im Zuge des Braunkohleausstiegs Großforschungszentren entstehen.
Im mitteldeutschen Revier und in der Lausitz sollen im Zuge des Braunkohleausstiegs Großforschungszentren entstehen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Im Zuge des geplanten Großforschungsprojekts CTC im mitteldeutschen Revier hofft die Landesregierung Sachsen-Anhalt auf einen erfolgreichen Umbau der Chemiebranche. Es müsse gelingen, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Magdeburg. Dabei könne das CTC helfen. Für Sachsen-Anhalt sei das Projekt ein „Lotto-Hauptgewinn”.

Im mitteldeutschen Revier und in der Lausitz sollen im Zuge des Braunkohleausstiegs Großforschungszentren entstehen. Ab 2026 soll im sächsischen Delitzsch das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) gebaut werden. Eine alte Zuckerfabrik soll zum Campus für ein Chemieforschungsinstitut werden. Eine Außenstelle mit rund 300 Mitarbeitern ist in Sachsen-Anhalt geplant. Hierfür sei Leuna der Favorit, sagte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Außerdem soll es Projekte unter anderem in Bitterfeld, Schkopau und Zeitz geben.

Ziel des CTC ist es, eine neue Kreislaufwirtschaft zu entwickeln, die stärker auf Recycling und nachwachsenden Rohstoffen basiert und weniger Abfall produziert. Dieses Wissen soll in die Industrie transferiert werden und dabei helfen, die Abhängigkeit von Energieträgern wie Kohle, Gas und Öl zu reduzieren.

Über einen Zeitraum von 15 Jahren könnten etwa 10.000 Arbeitsplätze in vielen neuen Firmen entstehen, sagte der Direktor des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Peter Seeberger. Es ginge dabei um Ausgründungen, Neuansiedlungen sowie die Erweiterung bestehender Betriebe.

Willingmann hofft, dass das CTC Sachsen-Anhalt im Hinblick auf Hochschulkooperationen einen zusätzlichen Schub verleiht. Eine Vernetzung mit vorhandenen Wissenschaftseinrichtungen sei wichtig, sagte er. Deshalb will das Land das CTC künftig auch mit einer jährlichen Förderung unterstützen.

Angeschoben wird die Investition mit Bundesmitteln. Allein für das CTC fließen 1,2 Milliarden Euro, davon bis zu 380 Millionen Euro in Sachsen-Anhalt.

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